„Alles in Ordnung“ – und trotzdem erschöpft?
Warum unauffällige Bluttests nicht das letzte Wort sein müssen
Vielleicht kennen Sie das:
Sie fühlen sich seit Monaten müde, gereizt, weniger belastbar.
Konzentration, Schlaf, Stimmung – alles „irgendwie nicht mehr wie früher“.
Ihr Hausarzt nimmt Blut ab, macht ein „großes Blutbild“ – vielleicht noch Leber, Niere, Zucker.
Das Ergebnis:
„Alles unauffällig. Körperlich ist da nichts. Wahrscheinlich Stress oder etwas Psychisches.“
Und Sie stehen dazwischen:
Einerseits wissen Sie, dass Ihr Arzt sorgfältig arbeitet.
Andererseits spüren Sie sehr deutlich: So wie jetzt fühlt sich Gesundheit nicht an.
In diesem Beitrag geht es genau um dieses Dilemma.
Darum, weshalb ein unauffälliger Standard-Labortest nicht bedeutet, dass „nichts ist“ –
und welche weiteren Ebenen ich in meiner Praxis in Berlin (und online) anschaue, bevor ich Beschwerden als „nur psychosomatisch“ einordne.
„Ihre Werte sind gut – das ist psychisch“
Warum das viele so verletzt
In der Hausarztpraxis ist wenig Zeit, die Labortöpfe der gesetzlichen Kassen sind begrenzt, und Leitlinien sehen bei unspezifischer Müdigkeit nur eine begrenzte Zahl an Basis-Tests vor.
Studien zeigen: 15–30 % aller Hausarzt-Kontakte drehen sich um Symptome, für die sich in der Routine-Diagnostik zunächst keine klare organische Ursache findet.
Das ist wichtig zu wissen:
- Das heißt nicht, dass „alles eingebildet“ ist.
- Es heißt zunächst nur: Mit den Standard-Tests wurde (noch) nichts Greifbares gefunden.
Wenn dann – oft gut gemeint – Sätze fallen wie:
„Da ist körperlich nichts, das ist psychisch“
fühlt sich das für viele Patient:innen an wie ein Abwerten des eigenen Erlebens.
Mein Ansatz ist ein anderer:
- Psychische Faktoren können eine große Rolle spielen – ja.
- Aber bevor ich Beschwerden in diese Schublade lege, möchte ich sicher sein, dass wir Stoffwechsel, Nährstoffe, Hormone, Darm, Toxine und Rhythmus nicht übersehen haben.
Was ein „großes Blutbild“ wirklich misst – und was nicht
Ein häufiger Denkfehler:
„Ich hatte doch ein großes Blutbild – da wäre doch alles aufgefallen.“
Ein großes Blutbild (komplettes Blutbild / CBC) ist ein wichtiger Basis-Test –
aber er misst im Kern nur Dinge wie:
- Anzahl und Größe der roten Blutkörperchen (Sauerstofftransport)
- Anzahl der weißen Blutkörperchen (Immunsystem)
- Hämoglobin
- Hämatokrit
- Anzahl der Blutplättchen
Das hilft bei:
- Anämien
- Infektionen
- Störungen im Knochenmark
- manchen Blut- und Krebserkrankungen
Aber:
- Kein Vitamin D
- kein Vitamin B12, Folat
- kein Magnesium, Zink, Selen
- kein Ferritin (Eisenspeicher), wenn nicht extra angefordert
- keine Schilddrüsenwerte, kein TSH
- keine Hormone (z. B. Geschlechtshormone, Cortisol)
- keine Umweltgifte, keine Schwermetalle
- kein Blick auf Darmbarriere, Mikrobiom oder leise Entzündungen
Das „normale Blutbild“ kann also völlig unauffällig sein –
während gleichzeitig relevante Mikronährstoffmängel, Hormonverschiebungen oder toxische Belastungen im Hintergrund arbeiten.
Wenn der Körper schreit und die Standard-Labore schweigen
Ein paar Beispiele, die ich in meiner Praxis immer wieder sehe:
- Eisenmangel
ohne
Anämie
Eisenmangel wird oft nur dann ernst genommen, wenn das Hämoglobin (also die „Blutfarbe“) schon zu niedrig ist.
Dabei zeigen mehrere Arbeiten:
- Eisenmangel kann ausgeprägt sein, obwohl Hämoglobin und Blutbild noch normal sind.
- Schon Ferritin-Werte unter etwa 20–35 µg/l können mit Müdigkeit, Konzentrationsproblemen, Schlafstörungen, Herzklopfen oder Restless-Legs-Symptomen einhergehen – lange bevor es zur klassischen Anämie kommt.
Wenn also nur das große Blutbild bestimmt wurde, aber keine Eisenspeicher, kann ein relevanter Eisenmangel leicht übersehen werden.
- Andere Mikronährstoff-Mängel
Auch bei anderen Nährstoffen ist es ähnlich:
- Vitamin B12- und Folatmangel können mit Müdigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Kribbeln oder Gangunsicherheit einhergehen – nicht immer sieht man das sofort im Standard-Blutbild.
- Vitamin D-Mangel kann Knochen, Muskeln, Immunsystem und Stimmung beeinflussen.
- Magnesium-Mangel wird im Routine-Labor oft gar nicht oder nur im Serum geschaut – dabei kann ein Mangel u. a. mit Muskelkrämpfen, innerer Unruhe, Herzstolpern, Migräne und Müdigkeit einhergehen.
Die WHO schätzt, dass Mikronährstoffmängel weltweit zu relevanten Leistungseinbußen, Müdigkeit und Krankheitsanfälligkeit beitragen.
- Leise Entzündungen & Darmthemen
Auch niedriggradige, chronische Entzündungen (z. B. durch Übergewicht, Darmbarriere-Störungen, stillen Infektfokus) können sich in:
- Erschöpfung
- Schlafstörungen
- Muskelschmerzen
- Stimmungsschwankungen
zeigen – ohne dass das große Blutbild „schreit“.
Hier braucht es gezieltere Marker (hsCRP, bestimmte Darmparameter), um das Bild zu schärfen.
- Umweltfaktoren und Toxine
In bestimmten Fällen (nicht bei allen!) sehe ich Zusammenhänge mit:
- Schimmel/Mykotoxinen in Wohn- oder Arbeitsräumen
- Schwermetallen (z. B. bei bestimmter beruflicher Exposition)
- hormonaktiven Substanzen (Pestizide, Weichmacher etc.)
Diese Dinge tauchen in der Standard-Diagnostik nicht automatisch auf und müssen sehr gezielt und indikationsbezogen geprüft werden.
- Nebenwirkungen von Medikamenten:
Medikamente können Nebenwirkungen haben, die das Herz-Kreislauf-System, Nerven oder das Immunsystem betreffen.
Wichtig dabei:
- Solche schwereren Nebenwirkungen sind insgesamt selten, aber gut dokumentiert und gehören in erfahrene ärztliche Hände.
- Wenn der zeitliche Zusammenhang und das Beschwerdebild passen, schaue ich gemeinsam mit den Patient:innen genau hin: Was wurde wann gegeben, was zeigte sich danach, welche alternativen Erklärungen gibt es?
Mir ist hier wichtig, weder zu verharmlosen noch zu dramatisieren:
Wir nehmen Ihr Erleben ernst – und prüfen nüchtern, was dazu passt und was nicht.
- Post-Vac-Beschwerden & Long-Covid – wenn das System „nicht mehr hochfährt“
Nach Infektionen (z. B. COVID-19) oder auch nach Impfungen können bei einem Teil der Menschen länger anhaltende Beschwerden auftreten, obwohl die üblichen Standardwerte unauffällig sind.
Typische Beschreibungen sind z. B.:
- „Seitdem komme ich nicht mehr richtig auf die Beine.“
- „Vorher konnte ich arbeiten, Sport machen, Haushalt – jetzt reicht schon eine Kleinigkeit und ich bin tagelang platt.“
- „Herzrasen, Druckgefühl, Benommenheit – aber EKG und Blutbild sind unauffällig.“
Bei Long-Covid zeigen Studien, dass es u. a. zu:
- anhaltender Entzündungsaktivität,
- Veränderungen im autonomen Nervensystem (Dysautonomie, POTS-ähnliche Bilder),
- Mikrozirkulationsstörungen
kommen kann – Dinge, die im normalen Blutbild nicht sichtbar sind.
Auch nach Impfungen gegen COVID-19 wurden in manchen Fällen länger anhaltende Beschwerden beschrieben. Die große Mehrheit verträgt Impfungen gut; bei einzelnen scheint das Immunsystem jedoch länger „im Alarm“ zu bleiben oder es entstehen autonome/belastungsabhängige Symptome, die sorgfältig ärztlich eingeordnet werden sollten.
Was mir wichtig ist:
- Keine Pauschalurteile („alles Impfnebenwirkung“ / „hat damit sicher nichts zu tun“),
- sondern eine ernsthafte Anamnese des zeitlichen Zusammenhangs,
- plus ein Blick auf: Entzündungsmarker, Autonomes Nervensystem (HRV), Mikronährstoffe, Gerinnung/Mikrozirkulation, Schilddrüsen- und Stressachsen – je nach Bild.
Gerade bei Post-Vac- und Long-Covid-Betroffenen sehe ich häufig eine Mischung aus:
- Überforderter Stressachse,
- Energiemangel in den Zellen,
- und niedriggradiger Entzündung – bei völlig normalem Standard-Labor.
- Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) – wenn jede Kleinigkeit zur Überlastung wird
Beim Chronischen Fatigue-Syndrom / ME/CFS handelt es sich um ein komplexes Krankheitsbild, das häufig nach Infekten beginnt – aber nicht immer.
Kernsymptom ist nicht „nur“ Müdigkeit, sondern vor allem:
- Post-exertional malaise (PEM) – eine deutliche Verschlechterung der Symptome nach schon kleiner körperlicher, kognitiver oder emotionaler Belastung,
- dazu oft Schlafstörungen, Schmerzen, „Brain Fog“, Kreislaufprobleme und Reizüberempfindlichkeit.
Standard-Blutuntersuchungen sind bei ME/CFS häufig unauffällig oder nur minimal verändert. Das macht die Versorgung schwierig: Die Lebensqualität ist stark eingeschränkt, während die Routine-Labore „harmlos“ aussehen.
Aktuelle Modelle diskutieren u. a.:
- Störungen im Energie-Stoffwechsel (Mitochondrien),
- Veränderungen im autonomen Nervensystem,
- immunologische und entzündliche Muster.
Für die Praxis heißt das:
- ME/CFS ist real, nicht „eingebildete Erschöpfung“.
- Standard-Labore helfen, andere Ursachen auszuschließen – erklären aber den Schweregrad oft nicht.
- Wichtig sind eine sehr genaue Anamnese (inkl. PEM), HRV/BIA (Stress und Zellenergie), Nährstoffachsen, Infekt- und Immunverlauf – und eine sehr fein dosierte Therapieplanung, die das System nicht ständig überlastet.
- Borreliose in schwer erkennbarer Form – wenn Zeckenbiss & Labor nicht zusammenpassen
Borreliose ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Beschwerden und Labor nicht immer leicht zusammenzubringen sind.
Klassisch:
- Zeckenstich, Wanderröte, Antibiotika, Beschwerdefreiheit.
Im Alltag erlebe ich aber auch Menschen, die berichten:
- „Ich erinnere mich nicht sicher an eine Rötung“,
- „Die Antikörper sind grenzwertig“,
- „Trotzdem habe ich seit Jahren Müdigkeit, Schmerzen, Konzentrationsprobleme in Wellen.“
Die Diagnostik ist komplex:
- Antikörpertests können je nach Stadium positiv, negativ oder uneindeutig ausfallen,
- frühere, ausgeheilte Infektionen können Spuren hinterlassen,
- deshalb gilt: Diagnose immer aus Kombination von Anamnese, Klinik und Labor – nicht aus einem Einzelwert.
In meiner Arbeit heißt das:
- Wenn Verlauf, Symptome und ggf. Zeckenexposition zusammenpassen, lohnt sich eine sehr sorgfältige ärztliche Einordnung nach aktuellen Empfehlungen,
- gleichzeitig prüfe ich immer, ob nicht andere Muster (z. B. ME/CFS, Long-Covid, Autoimmunprozesse, Nährstoffmangel) das Gesamtbild besser erklären.
- Schimmel als „Black Hole“ – wenn die Wohnung heimlich Energie frisst
Schimmel in Wohn- oder Arbeitsräumen ist ein Thema, das gern unterschätzt wird – vor allem, wenn man „nur kleine Flecken“ sieht oder gar nichts sieht, aber Geruch oder Feuchtigkeit kennt.
Viele Betroffene beschreiben es so:
- „Im Urlaub geht es mir besser – zu Hause falle ich wieder in das Loch.“
- „Alle sagen, die Werte sind gut, aber in der Wohnung fühle ich mich wie ausgesaugt.“
Schimmel und die dazugehörigen Mykotoxine können:
- das Immunsystem dauerhaft reizen,
- Entzündungsprozesse anheizen,
- Schleimhäute, Atemwege und Nervensystem mit belasten.
Das fühlt sich für den Körper an wie ein Energie-Black-Hole:
Sie schlafen, essen, bemühen sich – aber ein Teil der Energie wird ständig von einem unsichtbaren „Loch“ verschluckt.
Wichtig ist dabei:
- nicht jede kleine Verfärbung ist ein Drama,
- aber bei passender Symptomatik (Kopfschmerzen, Erschöpfung, Atemwegsbeschwerden, diffuse Schmerzen, Konzentrationsstörungen, Besserung an anderen Orten) lohnt sich ein genauer Blick auf Wohn- und Arbeitssituation, Feuchtigkeit, Lüftung, ggf. baubiologische oder umweltmedizinische Abklärung.
Standard-Labore sehen Schimmelbelastung meist nicht.
Hier braucht es:
- eine gründliche Anamnese,
- ggf. fachkundige Inspektion der Räume,
- und – nur bei sinnvoller Indikation – spezielle Laborparameter.
- Schwermetalle – stille Bremser im Hintergrund
Schwermetalle wie Quecksilber, Blei oder Cadmium können – je nach Dosis, Expositionsdauer und individueller Empfindlichkeit – Enzyme, Mitochondrien und Nervensystem beeinträchtigen.
Mögliche Quellen können z. B. sein:
- bestimmte berufliche Expositionen (Industrie, Metallverarbeitung),
- alte Farben, Wasserleitungen oder Böden,
- ältere Zahnmaterialien (z. B. Amalgam),
- bestimmte Importprodukte oder Umweltbelastungen.
Typische Beschwerden sind unspezifisch:
- Müdigkeit, „Brain Fog“, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen,
- Stimmungsschwankungen, Kribbeln, Leistungsabfall.
Standard-Blutwerte erfassen solche Belastungen oft nur, wenn es bereits um hohe, akute Expositionen geht. Chronische, niedriggradige Belastungen sind schwieriger zu fassen.
Für mich gilt hier eine klare Linie:
- Keine Angst-Diagnostik („alles ist vergiftet“),
- aber: Wenn Anamnese, Beruf, Wohnsituation und Symptome zusammenpassen, kann eine gezielte, leitliniennahe Schwermetalldiagnostik sinnvoll sein.
- Eventuelle Entgiftungs- und Ausleitungsstrategien gehören in einen strukturierten, ärztlich begleiteten Rahmen, eingebettet in Darm-, Nieren- und Leberunterstützung – nicht als Schnellschuss.
Wie ich das angehe: Diagnostik, die über „Alles normal“ hinausgeht
Wenn jemand mit dem Satz kommt:
„Meine Werte sind unauffällig – aber ich funktioniere nicht mehr wie früher.“
dann frage ich mich nicht zuerst: „Ist das psychosomatisch?“
sondern:
„Was wurde genau untersucht – und was fehlt noch in der Landkarte?“
- Gründliches Gespräch & Alltag
- Wann haben die Beschwerden begonnen?
- Gab es Auslöser (Infekte, Impfungen, Operationen, Umzug, Schimmel, neue Medikamente, Zeckenbiss, Stresskrisen)?
- Wie sehen Schlaf, Ernährung, Verdauung, Arbeit, Beziehungen, Sinnempfinden aus?
- Welche Diagnosen und Medikamente gibt es bisher, welche Therapieversuche wurden schon unternommen?
Oft zeigt sich hier schon ein erstes Muster: eine Kombination z. B. aus Überlastung, Nährstoffmängeln, möglicher Umweltbelastung und Stressachse, die man nur im Zusammenspiel versteht.
- Körperliche Untersuchung
- Kreislauf, Herz, Lunge
- Haut, Schleimhäute, Haarverteilung
- Muskeln, Gelenke, neurologische Zeichen
- Schilddrüse, Lymphknoten
- Atmung, Haltung, ggf. orthopädische Aspekte
Hier suche ich nicht nach „der einen magischen Stelle“, sondern nach vielen kleinen Hinweisen, die zusammen das Bild schärfen.
- Stoffwechsel-Analyse & Stress-Analyse – sichtbar machen, was das Labor nicht zeigt
Bioimpedanz-Analyse (BIA)
- zeigt Körperzusammensetzung (Fett, Muskelmasse, Wasserverteilung) und den Phasenwinkel – einen Marker dafür, wie „vital“ Ihre Zellen energetisch arbeiten.
- Bei chronischer Erschöpfung, Long-Covid, funktioneller Unterfunktion oder nach toxischer Belastung sehe ich nicht selten ein Muster aus
- erniedrigtem Phasenwinkel,
- verschobener Wasserverteilung,
- Verlust an funktioneller Muskelmasse.
Das ist kein Etikett („Sie sind krank, weil…“), sondern ein Trendmarker:
„Wie viel Reserve haben Ihre Zellen – und wie gut reagieren sie auf Therapie?“
HRV-Analyse per EKG (Herzratenvariabilität)
- zeigt, wie Ihr autonomes Nervensystem taktet:
- Wie stark ist der Dauer-Stressmodus (Sympathikus)?
- Wie gut gelingt Regeneration (Parasympathikus/Vagus)?
- Chronischer Stress, Infektenachlauf, Entzündungen, toxische Reize oder Traumata können das System in einen Zustand bringen,
in dem es gleichzeitig „unter Strom“ und „leer“ ist – das spiegelt sich oft in einer erniedrigten HRV.
Ich formuliere das gern so:
„Wir schauen nicht nur, ob medizinisch ‚etwas zu finden ist‘,
sondern wie viel Spannung & Reserve Ihr System aktuell hat – und an welchen Stellschrauben wir das verbessern können.“
- Gezielte Labor-Diagnostik – fokussiert statt „Alles-Paket“
Je nach Bild gehören dazu z. B.:
- Nährstoffe
- Ferritin, Transferrinsättigung (Eisen)
- Vitamin B12, Folat
- Vitamin D
- Magnesium (ggf. im Vollblut), Zink, Selen
- Hormone & Achsen
- Schilddrüse (TSH, fT4, fT3, ggf. Antikörper)
- ggf. weitere Hormonachsen, wenn das Beschwerdebild dafür spricht
- Entzündung & Stoffwechsel
- hsCRP, ggf. weitere Marker
- Lipidprofil, Glukose/HbA1c
- Darm/Barriere – wenn klinisch sinnvoll
- z. B. Calprotectin, sIgA, Zonulin, Zöliakie-Screening
- Umwelt & Toxine – nur bei klarer Indikation
- Abklärung von Schimmel/Mykotoxin-Belastung (wohn-/arbeitsbezogen, ggf. ergänzt durch Labordiagnostik)
- Schwermetalldiagnostik bei passender Exposition und Symptomkonstellation
Ziel ist nie: „Wir testen alles, was es gibt“,
sondern: Wir suchen die 3–5 größten Bremsklötze, die Ihr System aktuell halten.
Therapie in vier Stufen – zurück in mehr Energie, Schritt für Schritt
Wenn klar ist, wo die größten Blockaden liegen, planen wir einen Weg, der tragbar ist – ohne Dogma, ohne Wunder-Heilsversprechen.
Stufe 1 – Alltag & Ernährung so einstellen, dass Heilung überhaupt möglich wird
- Ernährung, die Ihr Immunsystem und Ihren Stoffwechsel entlastet (z. B. immunneutral, entzündungsarm, blutzucker-stabilisierend) – aber immer so, dass sie zu Ihrem Leben passt.
- Bewegung, die Ihrem System Energie gibt, statt sie zu rauben – mit HRV/BIA können wir sehen, was „zu viel“ und was „genau richtig“ ist.
- Rhythmus & Schlaf, die Ihren Regelsystemen helfen, wieder Takt zu finden.
- Stress- und Mindset-Arbeit, die nicht nur „Atemübungen“ anbietet, sondern Ihnen hilft, Körper, Geist und Alltag so zu organisieren, dass Belastung anders verarbeitet werden kann.
Stufe 2 – Pflanzen & anthroposophische Begleiter
Regulative pflanzliche und anthroposophische Arzneien können helfen,
Rhythmus, Wärme, Herz-Kreislauf, Verdauung oder Schlaf zu stabilisieren –
immer ärztlich ausgewählt, ergänzend zur Schulmedizin.
Stufe 3 – Nährstoffe & Infusionen
Wenn Nährstoffmängel klar sind, korrigieren wir sie:
- per Tablette/Kapsel, wenn Darm und Verträglichkeit es zulassen,
- per Infusion, wenn Mangel massiv ist, der Darm schlecht aufnimmt oder wir zügig stabilisieren müssen (z. B. Eisen, B12, bestimmte Mikronährstoff-Kombinationen) – immer mit Monitoring und klarer Indikation.
Stufe 4 – Entgiftung & Umweltmedizin
Wenn Schimmel, Schwermetalle oder andere Toxine wirklich eine Rolle spielen:
- entlasten wir zuerst die Ausscheidungsorgane (Darm, Leber, Niere, Haut),
- dann planen wir eine vorsichtige, strukturierte Entgiftung – ohne Hauruck, ohne Crash, mit engmaschiger Begleitung.
Unverbindlich sprechen?
Wenn Ihre Standardwerte „in Ordnung“ sind, Sie sich aber alles andere als gesund fühlen – ob nach Infekt, Impfung, Schimmel, Verdacht auf CFS oder einfach „ohne klare Erklärung“ – können wir in einem ersten Termin (vor Ort in Berlin oder online per Videosprechstunde) gemeinsam prüfen,
ob und wie ich Sie unterstützen kann – ärztlich, messbar, alltagstauglich.
