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Schimmel: Das Black Hole der Schulmedizin?

Vielleicht kennst du dieses Gefühl:

Du hast Diagnosen wie Reizdarm, Asthma, Migräne, Depression, Autoimmunerkrankung – oder einfach „Erschöpfung ohne klare Ursache“.

Du hast schon unzählige Untersuchungen hinter dir.

Blutwerte „in Ordnung“, Bildgebung unauffällig – und trotzdem geht es dir nicht gut.

Genau hier setzt dieses Thema an: Schimmel – und zwar nicht nur der sichtbare Fleck an der Wand, sondern die unsichtbaren Schimmelgifte (Mykotoxine), die wir einatmen, verschlucken oder über die Haut aufnehmen können.

Schimmel ist für mich ein mögliches „Black Hole“ der Schulmedizin:

Ein blinder Fleck, der bei vielen chronischen Beschwerden eine Rolle spielen könnte, aber selten überhaupt geprüft wird.

Und jetzt kommt ein Punkt, der viele erst einmal verwirrt – und dann erleichtert:

Es ist völlig möglich, dass nur eine Person in einer Familie, WG oder im Büro krank wird,

während alle anderen scheinbar „topfit“ sind – trotz derselben Schimmelexposition.

Warum?

Weil Menschen vermutlich unterschiedlich gut in der Lage sind, Schimmelgifte abzubauen:

  • Das Entgiftungssystem (z. B. Leberenzyme, Glutathion-System) scheint nicht bei allen gleich zu arbeiten.

  • Genetische Unterschiede, Vorerkrankungen, Nährstoffstatus, Hormonlage und Stresslevel könnten beeinflussen, wie gut jemand mit Mykotoxinen klarkommen kann.

Manche Körper würden es eher wegstecken, andere würden unter derselben Belastung in einen Dauer-Überlebensmodus geraten.


Das Gemeine daran:

Man kann unter Asthma, Darmerkrankungen, Depressionen, Ängsten, Psychosen, Autoimmunerkrankungen, Erschöpfung, Migräne, Fibromyalgie und vielen anderen chronischen Problemen leiden –

während Schimmel einer der mitbeteiligten Faktoren ist,

dieser Faktor aber weder untersucht noch behandelt wird.

Wenn man sich anschaut, was Mykotoxine in Labor- und Tierstudien mit Zellen und Geweben machen können – dann würde man aus rein physiologischer Sicht sagen:

„Wenn diese Wirkungen 1:1 so beim Menschen greifen würden,

könnten Schimmelgifte an der Entstehung eines großen Teils chronischer Erkrankungen beteiligt sein.“

Wichtig ist dabei die Einordnung:

  • Ein großer Teil der Daten stammt aus in vitro (Zellversuchen) und in vivo (Tiermodellen).

  • Humanstudien existieren, sind aber im Vergleich noch begrenzt und oft beobachtend.

Das heißt: Wir sehen starke Hinweise auf schädliche Wirkungen (neurotoxisch, immuntoxisch, lebertoxisch, nierentoxisch, hormonaktiv, karzinogen) –

aber wir können nicht sagen: „Schimmel ist die Ursache jeder Erkrankung.“

Ehrlich formuliert:

Schimmel ist kein alleiniger Bösewicht, aber ein oft übersehener Co-Faktor in einem komplexen System – und genau deshalb so relevant.


Warum dieses Thema mich persönlich so tief betrifft

Ich schreibe das nicht aus theoretischem Interesse.

Ich selbst habe unter Schimmelbelastung gelitten.

Meine Mutter war viele Jahre schwer krank – und erst sehr spät haben wir verstanden, dass Schimmel eine zentrale Rolle gespielt haben könnte.

Viele meiner Patient:innen, denen ich mit all meinem Wissen zunächst nicht helfen konnte, hatten am Ende eine unentdeckte Schimmelproblematik.

Erst als Schimmel als Puzzleteil dazu kam, ergab vieles plötzlich Sinn.

Darum bin ich so klar:

Wenn du irgendwann in deinem Leben stärker Schimmel ausgesetzt warst – in einer Wohnung, in einem feuchten Schlafzimmer, in einem Büro, Keller, Ferienhaus oder nach einem Wasserschaden – dann könnte dieses Thema hochrelevant für dich sein.

Selbst wenn du heute längst umgezogen bist.

Denn: Es ist möglich, dass Schimmel im Körper weiterlebt, Mykotoxine (Schimmelgifte) produziert und Beschwerden verursacht – auch Jahre nach der eigentlichen Exposition.


Die Leidensgeschichte meiner Mutter – und wie alles nicht zusammenpasste

Meine Mutter war viele Jahre chronisch krank. Die Hauptdiagnosen:

  • Reizdarmsyndrom

  • Sigma-Divertikulitis

Sie hatte immer wieder:

  • Blähungen

  • Verstopfung

  • Bauchschmerzen

Das war über Jahre unangenehm, aber irgendwie „bekannt“.

Dann kam eine plötzliche massive Verschlechterung:

  • Der Bauch war extrem aufgebläht, teilweise den ganzen Tag, egal was sie aß.

Aus einer lebendigen Frau, die gern Sport machte und am Leben teilnahm, wurde ein Mensch mit:

  • innerer Unruhe

  • Angstzuständen

  • dem Gefühl, permanent „nicht mehr sie selbst“ zu sein

Und etwas hat uns beide besonders alarmiert:

Meine Mutter fing an, Dinge zu vergessen – und zwar auf eine Art, die nicht zu ihr passte.

Früher konnte sie dir sagen, wo sie vor einem Jahr etwas in einem Schrank verstaut hatte.

Plötzlich wusste sie nicht mehr, was sie vor zwei Tagen gegessen hatte.

Sie beschrieb es so:

„Mein Kopf ist wie in Nebel.“

Genau das, was viele heute „Brain Fog“ nennen.

Dazu kamen:

  • komische Hautirritationen, pickelartig an verschiedenen Körperstellen, mal mehr, mal weniger – oft in Zusammenhang mit dem Stuhlgang

  • im Stuhl fanden wir Partikel, die wir uns nicht erklären konnten

Wir dachten an Parasiten:

  • Wir ließen einen Stuhl-PCR-Test machen – Ergebnis: negativ.

Später habe ich gelernt:

Dieser Standardtest prüft nur auf wenige Parasitenfamilien –

dabei existieren hunderte, die den Menschen befallen können.

Die Diagnose, die wir damals ständig hörten, war: Reizdarmsyndrom.

Je tiefer ich in die Materie eintauchte, desto mehr hat mich dieser Begriff geärgert.

Warum?

Weil er oft dann gestellt wird, wenn man eigentlich sagen müsste:

„Wir wissen nicht, was los ist – also nennen wir es Reizdarm.“

Im Fall meiner Mutter machte das keinen Sinn:

  • Es gab keinen neuen psychischen Auslöser, keine typische „Stressgeschichte“ vor der Verschlechterung.

  • Die Beschwerden waren plötzlich und massiv.

  • Nichts an der Standarderklärung fühlte sich stimmig an.


Wir haben (fast) alles probiert – ohne echten Durchbruch

Angetrieben vom Leidensdruck meiner Mutter habe ich so ziemlich alles ausprobiert, was ich als Arzt und durch meine Zusatzausbildungen zur Verfügung hatte.

Wir waren bei vielen Ärzt:innen, haben:

  • CTs

  • Röntgen

  • Gastroskopie

  • Koloskopie

machen lassen. Ergebnis: unauffällig.

Parallel habe ich aus der funktionellen und integrativen Medizin so gut wie alle Tools genutzt, die ich kannte:

  • Parasitenbehandlungen

  • Bitterstoffe

  • Enzyme

  • B-Vitamine

  • Aminosäuren

  • Omega-3

  • Bindemittel (Aktivkohle, Chlorella, Zeolith)

  • Infusionen (z. B. Vitamin C, Glutathion)

  • anthroposophische Pflanzenpräparate

  • Schwermetalltests und Ausleitungen

  • Bioresonanz

  • Physiotherapie für die Darmbeweglichkeit

  • Vagusnerv-Übungen

  • Rotlichttherapie

  • Ernährungsumstellungen: Low Carb, Paleo, Keto, SIBO-Protokolle etc.

Und ja, ich bin soweit gegangen, dass ich sogar körperbasierte Traumatherapie mit ihr gemacht habe – obwohl sie selbst sagte, dass sie sich innerlich nicht belastet fühlte.

Das Ergebnis:

  • Manche Dinge halfen kurzzeitig.

  • Nach zwei, drei Wochen war die Wirkung wieder weg.

  • Der Grundzustand blieb schlecht.

Über eineinhalb Jahre habe ich alles versucht, was ich kannte – ohne befriedigende, stabile Besserung.

Und das sage ich dir, damit du die Situation verstehst:

Wenn du so viele schulmedizinische, funktionelle, anthroposophische und lebensstilmedizinische Werkzeuge ausprobierst – und nichts greift wirklich –

dann weißt du: Es fehlt ein Puzzleteil.

Ein Black Hole.

Etwas, das in unserem medizinischen Denken noch nicht ausreichend vorkommt.

Für mich war dieses fehlende Puzzleteil: Schimmel.


Der Moment, in dem Schimmel als fehlendes Puzzleteil auftauchte

Als ich irgendwann verstanden habe, dass weder:

  • Reizdarm,

  • noch Parasiten,

  • noch Schwermetalle,

  • noch Borrelien,

  • noch Candida,

  • noch „nur Psyche“

die ganze Geschichte erklären, habe ich begonnen, mich tief in das Thema Schimmel einzuarbeiten.

Und plötzlich ergab vieles Sinn:

  • die paradoxe Reaktion meiner Mutter auf eigentlich „gute“ Infusionen (z. B. Vitamin C, Glutathion, B-Vitamine)

  • die Verschlechterungen nach manchen Entgiftungsversuchen

  • die Kombination aus Darm-, Nerven-, Haut- und kognitiven Symptomen

  • die Blockaden im Immunsystem, Nervensystem und Stoffwechsel

Ich wusste:

Wir müssen Schimmel testen.

Damals gab es in Deutschland noch keinen Urintest für Schimmeltoxine.

Es existierte nur ein Labor, das Mykotoxine im Blut messen konnte – das dann verklagt und geschlossen wurde.

Ich hatte also nur zwei Möglichkeiten:

  • Gar nichts tun.

  • Oder – wie es erfahrene Umweltmediziner aus den USA beschrieben hatten – über Behandlungsversuche rückschließen:

    • sehr niedrige Dosis einer Schimmeltherapie geben

    • schauen, ob der Körper heftig reagiert (Herxheimer-Reaktion)

Meine Mutter reagierte extrem stark schon auf kleinste Dosen.

Das war für mich ein deutlicher Hinweis:

Hier könnte es sehr wahrscheinlich ein ausgeprägtes Schimmelproblem geben.

Etwa ein halbes Jahr später brachte das IMD Berlin einen Mykotoxin-Urin-Test auf den Markt.

Ich ließ meine Mutter testen – der Befund war positiv.

Ich habe den Test dann bei vielen anderen Patient:innen eingesetzt, bei denen ich mit den üblichen Ansätzen nicht weiterkam.

Meine Erfahrung:

Grob geschätzt etwa 7 von 10 dieser „therapieresistenten“ Fälle hatten positive Schimmeltoxine im Urin.

Das hat meinen Blick auf chronische Erkrankungen komplett verändert.

Seitdem ist Schimmel eines meiner Herzensthemen – weil ich immer wieder sehe,

wie viele Menschen seit Jahren leiden, ohne dass jemand dieses Puzzleteil überhaupt in Betracht zieht.


Warum Schimmel anders ist als „normale“ Gifte

Bevor wir in den nächsten Abschnitten in Symptome, Mykotoxine, Diagnostik und Therapie einsteigen, ist ein Punkt zentral:

  • Schwermetalle sind Stoffe. Sie können sich im Körper einlagern, aber sie vermehren sich nicht.

  • Schimmel ist ein lebendiger Organismus.

Das bedeutet:

Er kann sich – so wie auf Brot, Wänden oder in feuchten Matratzen – theoretisch auch im Körper vermehren, wenn er den passenden Nährboden findet; jedenfalls wird das in Teilen der Umweltmedizin so diskutiert.

Er produziert Mykotoxine, seine „Waffen“ im Mikrokosmos.

Diese Mykotoxine können:

  • im Fettgewebe,

  • in Organen,

  • im Nervensystem

gespeichert werden und dort:

  • neurotoxisch (nervenschädigend),

  • immuntoxisch (immunverändernd),

  • hepatotoxisch (leberschädigend),

  • nephrotoxisch (nierenbelastend),

  • endokrin aktiv (hormonverändernd)

  • und in manchen Fällen kanzerogen (krebsfördernd)

wirken – jedenfalls zeigen das zahlreiche Labor- und Tiermodelle.

Und: Schimmel muss nicht sichtbar sein.

Er kann sich befinden:

  • in Wänden hinter Tapeten

  • in Matratzen

  • in Klimaanlagen (Wohnung, Büro, Auto)

  • in Kellern

  • in wassergeschädigten Bauteilen

Nicht der sichtbare Schimmelfleck an der Wand ist das größte Problem –

sondern die unsichtbaren Mykotoxine, die du einatmest, verschluckst oder über die Haut aufnimmst.

Inzwischen sind über 100 verschiedene Mykotoxine beschrieben, die in in vitro, in vivo und teilweise Humanstudien mit starken toxischen Wirkungen auf:

  • Nervensystem,

  • Immunsystem,

  • Mitochondrien,

  • Leber,

  • Niere,

  • Darm,

  • Hormonsystem

  • und Krebsentstehung

in Verbindung gebracht wurden.

Für viele Menschen mit chronischen Beschwerden ist genau das der „blinde Fleck“:

Kein Standardlabor, kein „großes Blutbild“ und keine Routinebildgebung ist darauf ausgelegt, diese Stoffe zu erfassen.

Genau hier setzt der weitere Beitrag an:

  • Welche Systeme greifen Mykotoxine an?

  • Welche Symptome können daraus entstehen?

  • Warum bleibt das in Standard-Laboren oft unsichtbar?

  • Und was kann man sinnvoll testen und behandeln?


Welche Systeme Mykotoxine angreifen – und warum das Bild so „unscharf“ wirkt

Das Tückische an Schimmel ist nicht nur, dass er krank machen kann,

sondern wie er das tut:

Er greift nicht nur ein Organ an, sondern gleich mehrere Systeme parallel:

  • Nervensystem

  • Immunsystem

  • Stoffwechsel & Mitochondrien (Energie)

  • Hormonsystem

  • Darm & Barrieren

  • Leber & Entgiftung

Dadurch wirkt Schimmel klinisch wie ein Chamäleon:

Jede Fachdisziplin sieht „ihre“ Symptome – aber kaum jemand sieht das gemeinsame Puzzleteil dahinter.


Nervensystem: Brain Fog, Angst, innere Unruhe – ohne „klassische“ Neurologie

Viele Mykotoxine wirken neurotoxisch – also potenziell schädlich für Nervenzellen und Gliazellen (zumindest in Labor- und Tiermodellen).

Typische Muster, die ich immer wieder sehe:

  • „Brain Fog“ – wie meine Mutter es beschrieben hat:

    „Mein Kopf ist wie in Nebel.“

  • Konzentrationsstörungen, Wortfindungsprobleme, Vergesslichkeit

  • Reizüberflutung: Geräusche, Licht, Menschenmengen werden schnell zu viel

  • innere Unruhe, Angstzustände, Panikattacken

  • Schlafstörungen, verschobener Tag-Nacht-Rhythmus

  • teilweise auch Missempfindungen, Kribbeln, Kopfdruck

Auf dem Papier landen solche Menschen dann gern bei:

  • Psychiatrie/Psychotherapie (Depression, Angststörung, Anpassungsstörung)

  • Neurologie (Abklärung auf MS, Demenz, Polyneuropathie – meist ohne klare Befunde)

Die MRTs sind oft unauffällig. Die Nervenleitgeschwindigkeit passt. Blutuntersuchungen zeigen nichts „Spektakuläres“.

Und trotzdem fühlt sich der Alltag an, als wäre das Nervensystem permanent im Alarmmodus.

Im KPNI-Verständnis bedeutet das:

  • Das Immunsystem könnte durch Mykotoxine gereizt sein →

  • schüttet entzündliche Botenstoffe aus →

  • diese Botenstoffe wirken auf Gehirn & Nervensystem →

  • Stimmung, Schlaf, Schmerzempfinden und Stressverarbeitung geraten aus dem Takt.

Das ist kein „eingebildeter Stress“, sondern ein möglicher neuroimmunologischer Zusammenhang.


Immunsystem: zwischen Abwehrschwäche, Autoimmunität und „dauernd krank“

Schimmel und Mykotoxine können – je nach Dosis, Dauer und individueller Anfälligkeit – das Immunsystem auf zwei Weisen durcheinanderbringen:

1. Immunblockade / Erschöpfung (hypothetisches Muster)

  • häufige Infekte

  • reaktivierte Viren (z. B. EBV)

  • Wundheilungsstörungen

  • Gefühl: „Ich werde alles nicht mehr so richtig los“

2. Überreaktion / Fehlsteuerung

  • vermehrte Allergien, Unverträglichkeiten

  • Autoimmunerkrankungen oder autoimmunähnliche Muster

  • entzündliche Schübe im Darm, an Gelenken, an der Haut

In der Praxis passiert dann oft Folgendes:

  • Man findet z. B. EBV-Antikörper oder eine veränderte Immunlage

  • und schiebt alle Symptome auf „den Virus“, „das Immunsystem“ oder „die Psyche“.

Was dabei schnell übersehen wird:

Schimmel könnte im Hintergrund sowohl das Immunsystem schwächen

als auch so triggern, dass Autoimmunität wahrscheinlicher wird.

Dabei sind Mykotoxine nicht der alleinige Verursacher –

aber sie können ein entscheidender Verstärker sein, der mit darüber entscheidet,

ob jemand „nur leicht angeschlagen“ oder „chronisch krank“ wird.


Mitochondrien & Stoffwechsel: oxidativer Stress, Energiecrash und Chronic Fatigue

Viele Mykotoxine – z. B. bestimmte Aflatoxine oder Zearalenon-Typen – führen in Labor- und Tiermodellen zu:

  • Lipidoxidation (Schaden an Fetten in Zellmembranen)

  • verstärkter Bildung freier Radikale

  • erhöhtem Verbrauch von Antioxidantien wie

    • Vitamin C

    • Glutathion

    • anderen Schutzsystemen der Zelle

Was heißt das im Alltag (hypothetisch übertragene Muster)?

  • Du bist schon nach kleinen Belastungen erschöpft.

  • Erholung dauert gefühlt „viel zu lange“.

  • Muskeln fühlen sich schwer, brennend oder wie „Blei“ an.

  • Denk- und Konzentrationsaufgaben sind schnell überfordernd.

  • Manchmal kommen Muskelschmerzen am ganzen Körper dazu.

Das ist genau die Zone, in der Diagnosen wie:

  • Chronisches Fatigue-Syndrom (CFS/ME)

  • Post-Virus-Erschöpfung

  • Fibromyalgie

gestellt werden – oft ohne, dass jemand nach einer möglichen Schimmelbelastung fragt.

Ich sage bewusst nicht: „Fibromyalgie ist Schimmel.“

Aber in einem Teil dieser Fälle erlebe ich:

Wenn wir Mykotoxine ernsthaft mitbehandeln,

kann sich der Verlauf verändern – Energie und Belastbarkeit können sich langsam verbessern.


Krebsrisiko: Aflatoxine, Ochratoxin & Co. – offiziell krebserregend

Einige Mykotoxine sind inzwischen auch offiziell als krebserregend eingestuft:

  • Aflatoxine: gesichert krebserregend (Gruppe 1)

  • Ochratoxine und Trichothecene: als wahrscheinlich krebserregend (Gruppe 2B)

Das bedeutet nicht, dass jeder Kontakt mit Schimmel automatisch Krebs verursacht.

Aber es erinnert uns daran:

Wir reden hier nicht über „ein bisschen muffige Luft“,

sondern über zum Teil hochwirksame Biotoxine,

die u. a. Zellteilung, DNA-Reparatur, Leber- und Nierenfunktion beeinflussen können.

Besonders kritisch ist das, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen:

  • Mykotoxine

  • andere Umweltgifte (z. B. Lösungsmittel, Pestizide, Schwermetalle)

  • chronische Entzündung

  • Nährstoffmängel (z. B. Antioxidantien, Methylierung)

Dann entsteht eine Art toxischer Cocktail, der über Jahre im Hintergrund wirken könnte –

während die Routine-Diagnostik weiter „unauffällig“ bleibt.


Hormonsystem: wenn Mykotoxine als „falsche Östrogene“ mitspielen

Ein weiterer Grund, warum Schimmel so missverstanden wird:

Einige Mykotoxine wirken wie hormonaktive Substanzen, vor allem östrogenähnlich (zumindest in experimentellen Modellen).

Ein Beispiel ist Zearalenon (im Transkript als „Cerelonen“ gesprochen).

Was kann passieren?

  • Zyklusstörungen

  • PMS-ähnliche Beschwerden

  • verstärkte Blutungen

  • Brustspannen

  • Gewichtszunahme an typischen „Östrogenstellen“

  • Myome oder Endometriose-Muster (mit anderen Faktoren zusammen)

Die klassische Situation:

Du gehst zur Gynäkologin mit massiven Zyklus- oder PMS-Problemen.

Es werden Östrogen, Progesteron und vielleicht FSH/LH bestimmt.

Die Werte sind im Labor: „völlig in Ordnung“.

Du bekommst die Rückmeldung: „Hormonell ist da nichts. Vielleicht Stress.“

Wenn aber ein Teil deiner Östrogenwirkung von Mykotoxinen ausgelöst wird,

dann sieht man diese falschen Östrogene im Standard-Hormonlabor nicht.

Das ist eines der großen Dilemmata unserer Zeit:

Man kann eine „Östrogenwirkung“ im Gewebe haben,

ohne dass im Blutmesswert „Östrogen erhöht“ steht.

Die Folge:

  • Beschwerden werden bagatellisiert oder psychologisiert.

  • Therapien setzen am falschen Punkt an.

  • Der eigentliche Trigger – Schimmel und Mykotoxine – bleibt unsichtbar.


Viele Diagnosen – ein gemeinsamer, übersehener Mitspieler

Was ich in meiner Praxis immer wieder erlebe, sieht ungefähr so aus:

  • Eine Person mit Schimmelvergiftung landet beim Gastroenterologen

    → Diagnose: Reizdarm / Reizkolon

  • bei der Pulmologie

    → Diagnose: Asthma oder unspezifische Atemwegsproblematik

  • bei der Psychiatrie

    → Diagnose: Depression, Angststörung, Panikstörung

  • beim Neurologen

    → Diagnose: Spannungskopfschmerz, Migräne, „funktionelle Störung“

  • beim Rheumatologen

    → Diagnose: unklare Arthralgien, manchmal Verdacht auf Rheuma

  • beim Immunologen/Schmerzspezialisten

    → Diagnose: Fibromyalgie, chronisches Fatigue-Syndrom

Jede Fachdisziplin sieht „ihren“ Ausschnitt.

Und jede Diagnose hat auch ihre Berechtigung – die Symptome sind ja real.

Aber der gemeinsame Mitspieler, der immer wieder übersehen wird, könnte sein:

Schimmel und Mykotoxine – als möglicher Boden,

auf dem all diese Bilder leichter entstehen und schlechter heilen.

Ich behaupte nicht, dass alles Schimmel ist.

Aber ich halte es für einen schweren Fehler, bei chronisch Kranken gar nicht daran zu denken.


Warum reagieren nicht alle gleich? – die 25 %-Regel

Vielleicht kennst du diese Situation:

Eine Familie wohnt in einer schimmeligen Wohnung.

Alle atmen dieselbe Luft.

Und trotzdem wird nur eine Person richtig krank:

  • Depression

  • Angst

  • chronische Müdigkeit

  • oder eine Autoimmunerkrankung

Von außen wirkt das schnell so:

„Dann kann es ja nicht Schimmel sein – sonst wären doch alle krank.“

Genau hier kommt ein oft zitierter Punkt aus der Umweltmedizin ins Spiel:

In Teilen der Umweltmedizin schätzt man, dass etwa 25 % der Bevölkerung (ungefähr jede*r Vierte)

eine genetische Konstellation haben könnten, die ihre Fähigkeit, Mykotoxine auszuleiten, deutlich einschränkt.

Das ist keine unumstößliche Wahrheit, sondern ein Modell,

das versucht zu erklären, warum Menschen so unterschiedlich reagieren.

Das Bild dahinter:

  • Vier Menschen wohnen in derselben Wohnung.

  • Drei kommen einigermaßen zurecht.

  • Eine Person wird „zum Symptomträger“ – und niemand versteht warum.

Wenn wir das nicht wissen, passiert Folgendes:

  • Die kranke Person wird eher als „sensibel“, „psychisch labil“ oder „überempfindlich“ gesehen.

  • Die Umweltproblematik wird unterschätzt oder belächelt.

  • Schimmel als Ursache wird verworfen – mit der Logik:

    „Dann wären ja alle krank.“

In Wahrheit könnte es genau andersherum sein:

Eine genetisch sensiblere Person war unser Frühwarnsystem.

Ihr Körper hat uns gezeigt, dass die Umgebung für Menschen mit bestimmter Veranlagung toxisch sein könnte.


Im nächsten Schritt:

  • Wie zeigt sich Schimmel im Alltag konkret?

  • Und woran kannst du merken, dass es sich lohnt, genauer hinzuschauen?

(Alles Weitere bleibt wie in deinem Text, nur formatiert – ohne Kürzung.)


Wie sich Schimmel im Alltag zeigen kann – typische Muster

Schimmel ist kein „reines Lungen-Thema“.

Er kann sich über mehrere Organsysteme gleichzeitig bemerkbar machen.

Woran ich hellhörig werde, ist nie ein Symptom allein, sondern die Kombination:


1. Atemwege & Lunge – mehr als nur „ein bisschen Husten“

Typische Muster:

  • wiederkehrender Husten, Reizhusten, Räusperzwang

  • Engegefühl in der Brust, Kurzatmigkeit

  • „Asthma“, das vor allem in bestimmten Räumen auffällt (z. B. Schlafzimmer, Keller, Büro)

  • immer wieder Bronchitis, Infekte, Sinusitis

Auffällige Fragen:

  • Wird es drinnen schlechter und draußen/im Urlaub besser?

  • Gibt es Räume, in denen du automatisch kürzer atmest oder müder wirst?


2. Darm & Verdauung – Reizdarm, der keiner sein will

Damit kenne ich mich durch meine Mutter nur zu gut aus.

Typische Verdauungsmuster bei Schimmelbelastung:

  • Blähungen, Bauchdruck, sichtbarer Blähbauch

  • wechselnde Stühle: mal Verstopfung, mal Durchfall

  • plötzlich auftretende Nahrungsmittelunverträglichkeiten

  • Stuhlgänge, nach denen Haut, Schleimhaut oder Allgemeinbefinden plötzlich schlechter werden

Diagnosen wie:

  • „Reizdarm“

  • „unspezifische Kolitis“

  • „alles psychosomatisch“

Was mich besonders stutzig macht:

Paradoxe Reaktionen auf „gute“ Dinge – z. B. Probiotika, bestimmte Vitamine, Infusionen.

Kurz besser, dann Crash. Oder sofort schlechter.

Das passt zu einem Immunsystem, das bereits überreizt ist –

und zu einem Darm, in dem Barriere & Mikrobiom unter möglichem Schimmeldruck stehen.


3. Gehirn & Psyche – wenn alles nach „Depression“ aussieht, aber mehr dahinter steckt

Typische Muster:

  • Brain Fog („wie Nebel im Kopf“)

  • Konzentrationsprobleme, Wortfindungsstörungen, Vergesslichkeit

  • innere Unruhe, Ängste, Panikattacken

  • Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, emotionale „Dünnhäutigkeit“

  • Schlafstörungen, Albträume, gestörter Tag-Nacht-Rhythmus

Von außen sieht das aus wie:

  • Depression

  • Angststörung

  • Burn-out

  • „psychosomatische Beschwerden“

Und ja: Psychische Faktoren sind real und wichtig.

Aber: neurotoxische Mykotoxine können Gehirn & Nerven so verändern,

dass ein Bild entsteht, das aussieht wie „rein psychisch“ –

obwohl ein Teil der Ursache toxisch sein könnte.


4. Muskeln, Gelenke & Schmerz – Fibromyalgie und Co.

Viele Betroffene berichten:

  • diffuse Muskelschmerzen

  • wandernde Gelenkschmerzen ohne eindeutigen Befund

  • Steifigkeit morgens oder nach dem Sitzen

  • Druckempfindlichkeit an Sehnen, Muskeln, Faszien

  • schnelle Ermüdung bei Belastung („die Muskeln machen zu“)

Das landet diagnostisch schnell bei:

  • Fibromyalgie

  • „Weichteilrheuma“

  • unspezifischen Rheuma-Verdachtsdiagnosen

Schimmel und Mykotoxine können über Entzündungsbotenstoffe, oxidativen Stress, Mitochondrienstörung

und mögliche Störung der Schmerzverarbeitung im Nervensystem alle diese Ebenen gleichzeitig mit beeinflussen.


5. Haut & Schleimhäute – die Oberfläche als Spiegel

Typische Haut- und Schleimhautzeichen:

  • juckende, wechselnde Ausschläge

  • „Pickel“, Quaddeln oder ekzemartige Areale an wechselnden Stellen

  • Augenbrennen, juckende Augen, trockene oder gereizte Schleimhäute

  • wiederkehrende Nasennebenhöhlenprobleme, chronische Sinusitis

Die Haut ist oft das erste Organ, an dem man sieht,

dass Immunsystem, Barrieren und Entgiftung an einer Belastungsgrenze sein könnten.


6. Kreislauf, Temperatur, Energie – Crashs und „komische Schwankungen“

Was auch immer wieder auftaucht:

  • Herzrasen, Herzstolpern (mit unauffälligen Standard-Kardiobefunden)

  • Blutdruckschwankungen, Schwindel beim Aufstehen

  • Temperaturprobleme: Frieren, Hitzeanfälle, „Temperatur passt nicht“

  • schnelle Erschöpfung nach kleinen Belastungen, Tages-Crashs

Im KPNI-Verständnis:

  • Das autonome Nervensystem könnte daueraktiv sein.

  • Immunsystem & Stressachse feuern.

  • Mitochondrien arbeiten unter Dauerlast.

  • Barrieren (Darm, Schleimhäute) sind gereizt.

Das Ergebnis fühlt sich an wie:

„Mein Körper ist ständig auf 130 %, ohne dass ich was Großes mache.“


Woran du konkret denken kannst: typische Schimmel-Muster

Ich werde besonders aufmerksam, wenn mehrere dieser Punkte zusammenkommen:

  • Symptome in mindestens 2–3 Organsystemen (z. B. Darm + Gehirn + Haut)

  • Verschlechterung in bestimmten Räumen oder Gebäuden

  • Besserung im Urlaub / an der frischen Luft

  • paradoxe Reaktionen auf gute Therapien (Infusionen, NEMs, Darmaufbau)

  • lange Leidensgeschichte mit vielen erfolglosen Therapieversuchen

  • Diagnosen wie Reizdarm, Fibromyalgie, „Erschöpfung“, Depression – ohne, dass sich unter üblichen Maßnahmen wirklich etwas stabilisiert

Wenn du dich in so einem Muster wiedererkennst, lohnt es sich, Schimmel ernsthaft mitzudenken.


Erste Check-Fragen: Könnte Schimmel bei dir ein Puzzleteil sein?

Diese Fragen stelle ich mir in der Anamnese immer wieder – du kannst sie dir selbst auch einmal beantworten:

  • Hattest du jemals sichtbaren Schimmel in Wohnung, Büro, Schule, Kita, WG, Ferienhaus?

  • Gab es Wasserschäden (Rohrbruch, nasse Wände, feuchte Keller, undichte Fenster, Dachprobleme)?

  • Riecht es in bestimmten Räumen muffig, modrig oder „kellerartig“?

  • Hatten andere Menschen im selben Gebäude ähnliche Beschwerden – oder „unerklärliche“ Symptome?

  • Sind deine Beschwerden in einer bestimmten Wohnsituation entstanden oder deutlich schlechter geworden?

  • Wirst du im Urlaub, bei Freunden, draußen in der Natur spürbar besser und zu Hause wieder schlechter?

  • Hast du das Gefühl: „Ich habe schon so viel probiert, nichts hält – irgendetwas fehlt in der Gleichung“?

Je mehr dieser Fragen du mit „ja“ beantwortest,

desto eher lohnt es sich, das Thema Schimmel strukturiert zu prüfen, statt es unter den Teppich zu kehren.


Wie ich bei Verdacht auf Schimmel vorgehe – Diagnostik mit System

Mir ist wichtig:

Ich sehe nicht in jedem chronisch Kranken automatisch ein „Schimmelfall“.

Aber: Wenn Geschichte, Symptom-Muster und Umgebung dafür sprechen,

dann nehme ich das Thema genauso ernst wie andere Ursachen – und gehe es Stufe für Stufe an.


1. Umgebung ernst nehmen – ohne Schimmelpanik

Der erste Schritt ist oft gar nicht medizinisch, sondern detektivisch:

Wohn- und Arbeitsgeschichte:

  • Wo hast du in den letzten 10–20 Jahren gelebt?

  • Gab es Umzüge, nach denen es plötzlich schlechter wurde?

  • Bekannte Wasserschäden? feuchte Keller? „Problemwohnungen“?

Räume:

  • Schlafzimmer (Matratzen, Außenwände, Fensterlaibungen)

  • Badezimmer ohne gute Lüftung

  • Keller, Lagerräume, Archive, Proberäume

  • Büros mit Klimaanlagen oder alten Teppichböden

Alltag:

  • Arbeit mit Lebensmitteln, landwirtschaftliche Betriebe

  • Konzerträume, Proberäume, Werkstätten

Ich bin kein Bausachverständiger – aber ich arbeite, wenn nötig, mit solchen Fachleuten zusammen oder empfehle eine baubiologische Untersuchung, wenn der Verdacht sehr dicht ist.

Wichtig ist mir:

Kein Schimmelwahn.

Aber auch keine Bagatellisierung – gerade, wenn die Geschichte laut „Umweltproblem“ schreit.


2. Medizinische Anamnese & Untersuchung – Muster statt Einzelpunkte

In der Anamnese gehe ich tiefer als „Wo tut’s weh?“:

  • Zeitlicher Verlauf: Wann hat was begonnen? Gibt es Wendepunkte (Umzug, Wasserschaden, Infekt, Trauma)?

  • Organsysteme: Welche Bereiche sind betroffen (Darm, Lunge, Haut, Nerven, Hormone, Kreislauf)?

  • Reaktionen auf Therapien: Was wurde versucht? Was hat wie gewirkt? Gab es Verschlechterungen unter bestimmten Maßnahmen?

  • Psychische Lage: Wie geht es Seele, Beziehungen, Arbeitssituation? (ohne alles ausschließlich „dort“ zu verorten)

  • Familien- und Hausgeschichte: Sind mehrere Menschen in derselben Umgebung krank geworden?

Die körperliche Untersuchung bleibt wichtig:

  • Herz-Kreislauf, Lunge, Abdomen

  • Haut, Schleimhäute

  • neurologische Kurzchecks

  • ggf. orthopädische Tests

Aber ich sehe sie als Baustein – nicht als „alles oder nichts“.


3. Basis-Labore – um andere Dinge nicht zu übersehen

Auch wenn Standardwerte bei Schimmel oft „unauffällig“ sind,

sollten wir andere, gut behandelbare Dinge nicht übersehen.

Typische Basisparameter (je nach Person angepasst):

  • Blutbild, Elektrolyte

  • Nieren- & Leberwerte

  • Schilddrüse (TSH, ggf. fT4/fT3, Antikörper bei Verdacht)

  • Ferritin, Eisenstatus

  • Vitamin B12, Folat, Vitamin D

  • CRP/hsCRP (Entzündung)

  • Blutzucker/HbA1c, Lipidprofil

Diese Werte können bei Schimmel normal sein –

aber sie helfen, das Bild einzuordnen und andere Ursachen nicht zu verpassen.


4. Spezifischere Diagnostik: Mykotoxin-Tests & Co.

Hier wird es spezialmedizinisch.

Heute gibt es spezialisierte Labore, die Mykotoxine im Urin messen.

Der Test ist nicht perfekt – aber er kann ein wichtiger Hinweis sein:

Findet man relevante Mykotoxine (z. B. Ochratoxin, Aflatoxin, Zearalenon-Typen) in signifikanter Menge,

und passen Symptome + Geschichte + Umgebung dazu,

dann haben wir einen starken Verdacht, dass Schimmel mit im Spiel ist.

Wichtig:

  • Ein negativer Test schließt eine Schimmelproblematik nicht zu 100 % aus.

  • Ein positiver Test ist keine „Enddiagnose“, sondern ein Baustein, der mit allem anderen zusammen betrachtet werden muss.

Bevor es diesen Urintest gab,

konnte man Mykotoxine nur im Blut messen – ein Labor, das das machte, wurde später verklagt und geschlossen.

In dieser Phase habe ich gelernt,

wie wichtig es ist, klinische Muster wirklich ernst zu nehmen:

minimale therapeutische Dosen → starke Reaktionen → möglicher Hinweis auf versteckte Belastung.

Heute kombiniere ich beides:

  • klinische Erfahrung

  • plus gezielte Labordiagnostik, wo sie sinnvoll ist.


5. Funktionelle Diagnostik: Energie & Stressachsen sichtbar machen

Weil Schimmel nie nur „ein Organ“ betrifft,

nutze ich zusätzliche Tools, um Regulationsfähigkeit zu messen:

Bioimpedanz-Analyse (BIA)

gibt Hinweise auf:

  • Körperzusammensetzung

  • Zellhydrierung

  • Phasenwinkel (ein Marker für Zellvitalität und Membranintegrität)

Bei Mykotoxin-Belastungen sehe ich nicht selten:

  • niedrigen Phasenwinkel

  • Muster, die zu chronischer Entzündung und Energiedefizit passen

HRV-Analyse (Herzratenvariabilität)

zeigt, wie das autonome Nervensystem arbeitet:

  • Sympathikus („Gas“)

  • Parasympathikus („Bremse“, Regeneration)

Bei vielen Schimmel-Betroffenen:

  • niedrige HRV

  • wenig Flexibilität

  • dauerhaft erhöhter Stress-Tonus

Beides zusammen erzählt oft eine sehr klare Geschichte:

„Hier kämpft ein Organismus seit langer Zeit auf mehreren Ebenen –

Energie, Regulation und Wiederherstellungsfähigkeit sind am Limit.“

Darm- & Barriere-Diagnostik (indikationsbezogen)

Stuhlparameter wie:

  • Verdauungsrückstände

  • Mikrobiom-Muster

  • Entzündungsmarker (z. B. Calprotectin)

  • Barriere-Marker (z. B. Zonulin, sIgA)

– nicht bei jedem, aber dort, wo Darm und Schimmelgeschichte sich überschneiden.

Nährstoff-Profile

gezielte Analysen von antioxidativen Systemen, Spurenelementen, B-Vitaminen usw., um zu sehen:

Was braucht das System, um mit der Belastung besser klarzukommen?

Weitere Toxikologie (wenn passend)

Schwermetalle, Lösungsmittel, andere Umweltgifte –

allerdings nur dann, wenn der Verlauf, Beruf oder Wohnsituation dafür sprechen.

Alles zusammen ergibt kein „Schimmel-Score“,

aber ein Mosaik, das sich immer klarer zusammensetzt:

Wie stark ist dein System belastet?

Wo sind die größten Engpässe – Detox, Energie, Barriere, Stressachsen?

Und an welcher Stelle lohnt es sich, mit der Therapie anzusetzen?


Wie ich Schimmel diagnostisch angehe – Umfeld und Körper

Egal, wie eindrücklich eine Symptomliste ist:

Ohne Diagnostik bleibt Schimmel eine Vermutung – und du bleibst im Nebel.

Deshalb trenne ich in meiner Arbeit immer zwei Ebenen:

  1. Das Umfeld (Wo kommt die Belastung her?)

  2. Den Körper (Wie stark ist der Organismus betroffen?)

Beide Ebenen müssen angeschaut werden – sonst verpasst man leicht den Kern des Problems.


1. Umgebung: Ohne Schimmelstopp keine echte Heilung

Der erste Schritt klingt banal, ist aber entscheidend:

Solange du noch in einem schimmelbelasteten Umfeld lebst oder arbeitest,

ist jede Therapie vermutlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Deshalb geht es am Anfang nicht um Pillen, sondern um Detektivarbeit:

Wohnung:

  • Feuchte Wände, Wasserschäden, alte Tapeten, Fliesenfugen, Fensterstürze, Schlafzimmer-Ecken.

  • Besonders kritisch: Bereiche, die kalt sind (Außenwände), schlecht belüftet oder hinter Möbeln versteckt.

Keller & Nebenräume:

  • Kellerräume, Abstellkammern, Waschküchen – alles, was muffig riecht, ist verdächtig.

  • Viele Menschen lagern dort Dinge, die sie täglich nutzen (Schuhe, Kleidung, Lebensmittel) – und tragen Sporen und Mykotoxine unbewusst in die Wohnung.

Arbeitsplatz:

  • Großraumbüros, Altbauten, Teppichböden, abgehängte Decken, Klimaanlagen.

  • Gerade Klimaanlagen in Büros oder Praxisräumen können ein versteckter Schimmel-Hotspot sein.

Auto:

  • Klimaanlage, feuchte Fußmatten, frühere Wasserschäden.

  • Wenn du dich im Auto regelmäßig schlechter fühlst (Kopfdruck, Müdigkeit, Benommenheit), ist das ein Warnsignal.

Ferienwohnungen / frühere Wohnorte:

  • Viele Symptome starten zeitversetzt nach einem Aufenthalt in einer stark belasteten Wohnung oder nach einem Umzug.

  • Nur weil du heute sauber wohnst, heißt das nicht, dass der Körper nicht immer noch mit alten Mykotoxinen kämpft.

In der Praxis lasse ich – wenn der Verdacht stark ist – professionelle Schimmelanalysen durchführen (Oberflächenabklatsch, Raumluftmessung, ggf. Materialproben).

Aber schon Geruch, Feuchtigkeit, Baugeschichte und Symptomverlauf geben häufig einen sehr klaren Hinweis.

Wichtig ist dabei:

Eine Schimmeltherapie, während du jeden Tag weiter Mykotoxine einatmest,

ist wie Putzen bei aufgedrehtem Wasserhahn.

Darum:

Umfeld prüfen – Sanierung oder Auszug planen – erst dann lohnt sich der Rest wirklich.


2. Der Körper: Mykotoxine und Co. sinnvoll testen

Wenn wir wissen (oder stark vermuten), dass Schimmel in deinem Leben eine Rolle gespielt hat, kommt die zweite Ebene: Was macht das im Körper?

Hier hat sich in den letzten Jahren vieles entwickelt. Besonders wichtig sind für mich:

a) Mykotoxine im Urin

Inzwischen bieten z. B. spezialisierte Labore Mykotoxin-Profile im Urin an.

Dort werden verschiedene Schimmelgifte gemessen, zum Beispiel:

  • Ochratoxin A

  • Aflatoxine

  • Trichothecene

  • Zearalenon etc.

Warum Urin?

Weil der Urin das zeigt, was der Körper gerade schafft auszuscheiden.

Das ist ein ganz wichtiger Punkt:

  • Ein positiver Test bedeutet:

    Dein Körper scheidet Mykotoxine aus – es ist also tatsächlich etwas da, was ihn belasten könnte.

  • Ein negativer Test bedeutet nicht automatisch:

    „Sie haben kein Schimmelproblem“,

    sondern kann auch heißen:

    „Ihr Körper ist momentan so überfordert, dass er die Toxine kaum noch rauslässt.“

Deshalb interpretiere ich den Test nie isoliert, sondern immer im Kontext von:

  • Symptomverlauf

  • Umgebungsgeschichte

  • weiteren Laborparametern (Leber, Niere, Entgiftungswege, Immunmarker)

  • und vor allem deiner individuellen Reaktivität auf Therapieversuche.

b) HLA-Genetik (Entgiftungsfähigkeit & Neigung)

Zusätzlich kann die HLA-Genetik (bestimmte HLA-Typen) Hinweise darauf geben:

  • Wie gut oder schlecht dein Immunsystem mit Mykotoxinen und Umweltfaktoren klarkommt.

  • Warum der eine in einer Schimmelwohnung „nur“ etwas mehr müde ist,

    während der andere mit massiver Fatigue, Brain Fog, Schmerzen und Darmproblemen reagiert.

Genetische Tests sind kein Muss, aber in manchen schweren oder lange bestehenden Fällen sehr wertvoll, um zu verstehen:

Warum dein System so empfindlich reagiert – und warum es so wichtig ist, gerade bei dir langsam und individuell vorzugehen.

c) Weitere Bausteine in der Diagnostik

Je nach Fall kommen dazu:

  • Leber- und Nierenparameter

    (weil sie Hauptorgane der Entgiftung sind und oft mitbetroffen werden)

  • Marker für oxidativen Stress und Mitochondrienbelastung

    – z. B. Hinweise auf Lipidperoxidation, Antioxidantienverbrauch, mitochondriale Dysfunktion

  • Hormonstatus

    – vor allem, wenn Zyklusprobleme, Brustspannen, Prostatabeschwerden, PMS oder Östrogendominanz-ähnliche Muster im Vordergrund stehen

    (weil viele Mykotoxine hormonähnlich wirken können)

  • Darmdiagnostik

    – Barrierefunktion, Mikrobiom, Entzündungsmarker

    (weil der Darm bei Schimmel fast immer mitbetroffen ist – und gleichzeitig das zentrale Ausleitungsorgan für Toxine bleibt)

  • BIA, HRV und Stoffwechsel-Check

    – BIA zeigt, wie vital deine Zellen arbeiten, wie gut du Nährstoffe verarbeitest, wie es um Zellwasser und Extrazellraum steht.

    – HRV (Herzratenvariabilität) zeigt, wie sehr dein Nervensystem im Alarmmodus hängt.

Bei Schimmel sehe ich häufig das Muster:

  • niedrige HRV (Übererregung / Dauerstress)

  • reduzierte Zellvitalität in der BIA

– passend zu Erschöpfung, Schlafstörung, diffusem Schmerz.

So entsteht kein „Schimmel- oder Nicht-Schimmel“-Stempel,

sondern ein Bild:

Wie stark greifen Mykotoxine in dein System ein – Nervensystem, Immunsystem, Mitochondrien, Hormone, Organe?


3. Warum Eigenexperimente so gefährlich sein können

Ein Thema ist mir extrem wichtig, weil ich in der Praxis zu viele negative Beispiele gesehen habe:

Schimmel ist nichts für Selbstversuche nach YouTube-Protokoll oder Internetlisten.

Warum?

Weil dein Körper nicht nur ein Eimer ist, den man „ausspült“,

sondern ein hochkomplexes System.

Ein paar typische Fallen:

Zu früh „antipilzlich“ behandeln

Viele starten direkt mit „Schimmelkiller“-Präparaten oder systemischen Antimykotika.

Problem:

  • Pilze sterben – ja.

  • Aber sie setzen dabei Mykotoxine frei.

  • Wenn dein Körper nicht vorbereitet ist, kann das dich massiv verschlechtern.

Bindemittel in hoher Dosis ohne Plan

Chlorella, Aktivkohle, Zeolith etc. können enorm helfen –

aber sie können bei Schimmelbelasteten auch Herxheimer-Reaktionen auslösen:

  • grippeartige Symptome

  • starke Erschöpfung

  • Gelenk- und Muskelschmerzen

  • manchmal neue Beschwerden (z. B. Schulterschmerz, Nackenschmerz), weil Toxine im Gewebe „umverteilt“ werden.

Bei meiner Mutter habe ich selbst erlebt, wie schon ein Teelöffel Chlorella über wenige Tage heftige Reaktionen ausgelöst hat.

Entgiftung „pushen“, ohne dass die Ausleitung klappt

Viele Substanzen (z. B. Vitamin C, B-Vitamine, Aminosäuren, Bitterstoffe)

stärken die Entgiftung – an sich etwas Gutes.

Aber: Wenn Leber, Darm, Niere und Lymphe überfordert sind,

werden die mobilisierten Gifte nicht ausgeschieden, sondern umverteilt – und du fühlst dich schlechter als vorher.

Physiologisch bedeutet das:

Entgiftung ohne funktionierende Ausleitung

= Gifte mobilisieren, ohne ihnen die Tür nach draußen zu öffnen.

Darum erlebe ich so häufig:

  • Menschen starten hochmotiviert mit Detox-Protokollen.

  • Sie stürzen in starke Verschlechterungen.

  • Sie brechen ab – und bleiben im Teufelskreis stecken.

Nicht, weil Detox „falsch“ ist,

sondern weil Reihenfolge, Tempo und Dosis nicht zu ihrem System passen.


4. Die therapeutische Grundlogik: Reihenfolge ist alles

Aus der Kombination von Physiologie, Toxikologie und klinischer Erfahrung hat sich in meiner Arbeit ein klarer Vier-Schritte-Rahmen entwickelt:

  1. Exposition stoppen

    – ohne schimmelfreies Umfeld ist alles andere begrenzt.

  2. Mykotoxine sanft binden

    – in individuell verträglicher Dosis, oft mit sehr kleinen Mengen beginnend,

    begleitet von Darmregulation (Stuhlgang, Schleimhaut, Mikrobiom).

  3. Schimmel selbst angehen – vorsichtig und lokal orientiert

    – nicht mit „chemotherapeutischer“ Systemkeule, sondern

    so sanft wie möglich, so stark wie nötig.

  4. Entgiftungskapazität aufbauen

    – Leber, Niere, Darm, Lymphe, Haut und Lunge unterstützen,

    ohne den Körper zu überfordern.

Dazu kommen – immer – die Lebensstilärzte, mit denen ich arbeite:

  • Ernährung

  • Schlaf & Rhythmus

  • Nervensystem- & Stressregulation

  • Bewegung, Naturkontakt, Beziehung & Grenzen


Menschenfreundliche Schimmeltherapie – nicht Härte, sondern Reihenfolge

Wenn man versteht, wie mächtig Schimmel und Mykotoxine im Körper wirken können, ist die erste Reaktion oft:

„Das muss so schnell wie möglich raus aus mir.“

Das ist verständlich – aber genau dieser Impuls führt viele in die nächste Sackgasse:

zu aggressive Protokolle, zu viele Mittel auf einmal, zu schnelle Dosis-Steigerung.

Meine Erfahrung ist eine andere:

Schimmeltherapie funktioniert am ehesten gut, wenn sie sanft, klar strukturiert und nervensystemfreundlich ist.

Nicht „Maximum Detox“, sondern ein System, das dein Organismus wirklich mitgehen kann.


Sanft binden, bevor man „aufmacht“

Bevor wir irgendetwas „antreiben“, braucht dein Körper Möglichkeiten, Giftstoffe sicher zu binden und auszuscheiden.

Das bedeutet praktisch:

Wir schauen zuerst:

  • Wie regelmäßig ist dein Stuhlgang?

  • Wie gut trinkst du?

  • Wie reagiert dein Körper generell auf Veränderungen?

Dann kommen Bindemittel ins Spiel – aber:

  • nicht in Maximaldosen,

  • nicht alle auf einmal,

  • sondern oft mit Mini-Dosierungen, die getestet und langsam gesteigert werden.

Wichtige Hinweise, auf die ich achte:

  • Wie reagiert dein System in den ersten Tagen?

  • Wird der Kopf klarer oder dumpfer?

  • Werden Gelenke beweglicher oder eher schmerzhafter?

  • Nimmt die Müdigkeit kurzzeitig zu – und reguliert sich dann?

  • Wie verhält sich der Darm?

Verstopfung ist beim Binden ein Warnsignal –

denn was nicht rauskommt, bleibt im Kreislauf.

Ich erkläre das meinen Patient:innen oft so:

„Wir drehen den Wasserhahn nicht voll auf, bevor wir nicht wissen,

wie gut Ihr Abfluss funktioniert.“

Viele unterschätzen, wie „laut“ der Körper sprechen kann, wenn Bindemittel zu früh, zu hoch oder in der falschen Kombination eingesetzt werden.

Diese Reaktionen sind kein Versagen – sie sind Feedback.

Und genau dieses Feedback machen wir uns zunutze, um die Dosis zu finden, die gerade noch wirksam, aber noch nicht überfordernd ist.


Darm, Leber, Lymphe – das Entgiftungs-Dreieck stabilisieren

Parallel geht es darum, die Organe zu stärken, über die Mykotoxine den Körper verlassen können:

Darm

  • Eine gereizte Darmschleimhaut, ein dysbiotisches Mikrobiom und träge Peristaltik machen jede Schimmeltherapie schwerer.

  • Darum ist eine entzündungsärmere, ballaststoffreiche, gut verträgliche Ernährung so wichtig – nicht als Ideologie, sondern als „Straßenbau“ für die Ausleitung.

Leber

  • Die Leber ist das zentrale Umwandlungsorgan für viele Mykotoxine.

  • Wenn sie gleichzeitig Übergewicht, Medikamente, Alkohol, chronische Entzündung und Stress tragen muss, ist ihr Spielraum begrenzt.

  • Bitterstoffe, Leberrituale, Entlastungstage und ausreichend Protein (für Entgiftungsenzyme) können hier eine Rolle spielen – immer individuell abgestimmt.

Lymphe & Niere

  • Sanfte Bewegung, genug Flüssigkeit, Atemarbeit, Schwitzen (wo verträglich)

    unterstützen Lymphe und Niere dabei, „mitzuschieben“, statt alles an Darm und Leber abzugeben.

Wichtig ist:

Wir machen daraus keinen neuen Perfektionismus, sondern arbeiten mit deinem Alltag – Schritt für Schritt.


Schimmel selbst angehen – so wenig Keule wie möglich, so gezielt wie nötig

Der zweite Reflex nach dem Binden lautet oft:

„Jetzt brauchen wir starke Antipilz-Medikamente.“

Es gibt Fälle, in denen systemische Antimykotika sinnvoll sein können –

aber sie sind kein Alltagswerkzeug, sondern eine scharfe Klinge, die gut überlegt eingesetzt werden muss.

In vielen Situationen arbeite ich zuerst mit:

  • lokalen Strategien (z. B. im Nasen-Rachen-Raum oder Darm),

  • sanften, schrittweise gesteigerten Ansätzen,

  • und kombiniere diese mit konsequenter Toxinbindung.

Warum?

Weil das Ziel nicht nur ist, „Pilze zu töten“,

sondern Systembalance wiederherzustellen:

Das Immunsystem soll wieder selbst regulieren können,

Barrieren (Schleimhäute, Darm) sollen stabiler werden,

Entgiftung soll nicht nur „an“ oder „aus“ sein,

sondern fein gesteuert.

Die Reihenfolge bleibt:

  1. Exposition stoppen

  2. Binden & ausleiten

  3. Schimmel gezielt angehen

  4. Entgiftungskapazität ausbauen

Und nicht: alles gleichzeitig auf Maximum.


Nervensystem: ohne Regulierung bleibt der Körper im Alarm

Ein Aspekt, der oft unterschätzt wird:

Schimmel ist nicht nur ein toxikologisches Thema –

er ist auch ein Stress-Thema für das Nervensystem.

  • Ständige Reizzustände im Körper

  • Schlafstörungen

  • Benommenheit, Brain Fog

  • Reizbarkeit, Angst, depressive Symptome

sind für dein Nervensystem eine Dauerbelastung.

Wenn wir nur entgiften, aber nicht am Nervensystem arbeiten,

bleibt der Körper oft im Alarmmodus – und Heilung läuft wie gegen eine innere Wand.

Hier kommen Dinge ins Spiel wie:

  • Atemarbeit und HRV-Training

  • bewusste Pausenstruktur

  • Umgang mit Überforderung, Grenzen, Perfektionismus

  • Körperübungen, die Sicherheit und Erdung vermitteln

Nicht als „Es ist doch nur psychisch“,

sondern als neurobiologische Unterstützung:

„Wir helfen Ihrem Gehirn, wieder zwischen Gefahr und Sicherheit zu unterscheiden –

damit es Ihren Körper nicht dauerhaft in den Notfall schickt.“

Gerade bei Schimmel ist das wichtig,

weil viele Betroffene lange unter unerklärlichen Symptomen litten,

nicht ernst genommen wurden

und ihr System gelernt hat:

„Die Welt ist unsicher, mein Körper ist unsicher.“


Die 7 Lebensstil-Ärzte bei Schimmel – wer wirklich mit am Tisch sitzt

Ich arbeite gern mit dem Bild der „7 Ärzte des Lebensstils“ –

sie begleiten jede Schimmeltherapie, egal wie komplex sie ist:

  1. Dr. Ernährung

    • Mykotoxine lieben bestimmte Umgebungen – u. a. viel Zucker, Alkohol, hochverarbeitete Lebensmittel.

    • Es geht nicht um Verzicht um jeden Preis,

      sondern darum, eine Ernährungsschiene zu finden, die dein Immunsystem stärkt, Entzündung dämpft und den Darm entlastet.

  2. Dr. Schlaf & Rhythmus (Licht)

    • Chronische Entzündung und Toxine stören die Schlafarchitektur.

    • Umgekehrt ist Schlaf eine der stärksten „Detox-Phasen“.

    • Fester Rhythmus, Morgenlicht, digitale Dämmerung – das sind nicht nur Wellness-Tipps, sondern neuroimmunologische Interventionen.

  3. Dr. Atem/HRV

    • Über die Atmung können wir direkt auf den Vagusnerv und damit auf Entzündungsachsen und Stressantwort einwirken.

    • Kurze, regelmäßig gesetzte Atemanker können die Ausleitung unterstützen,

      weil der Körper nur in Regeneration besser entgiften kann.

  4. Dr. Bewegung

    • Nicht „Sportprogramm“, sondern die Dosis und Form,

      die dein Körper im aktuellen Zustand wirklich verarbeiten kann.

    • Ziel: Lymphe, Stoffwechsel und Stimmung in Gang bringen,

      ohne dich zu überfordern – lieber täglich klein als selten heroisch.

  5. Dr. Naturkraft (Licht, Kälte, Wärme)

    • Kälte, Wärme, frische Luft, Sonne, Waldbaden – das sind starke Reize.

    • Bei Schimmel müssen sie dosiert eingesetzt werden:

      • Kälte kann das Nervensystem regulieren,

        aber nicht jeder ist zu Beginn dafür bereit.

      • Wärme kann entspannen,

        darf aber nicht ständig Kreislauf und Entzündung hochfahren.

    • Es geht um Reiz-Dosis, nicht um Extreme.

  6. Dr. Beziehung &

  7. Dr. Sinn/Story

    • Chronische Schimmelerkrankungen sind oft auch Geschichten von

      • nicht ernst genommen werden,

      • Verlust von Leistungsfähigkeit,

      • sozialem Rückzug,

      • Identitätskrisen.

    • Beziehung, Verbundenheit, ein neues Narrativ

      („Ich bin nicht kaputt, mein System ist überlastet – und wir arbeiten daran“)

      sind therapeutisch genauso relevant wie jedes Labor.

Diese 7 „Ärzte“ sind kein Ersatz für Medizin,

sondern ihre Basis, damit Medizin überhaupt greifen kann.


Ein hypothetisches Beispiel – ohne Heilsversprechen

Angenommen, Sie leben seit Jahren in einer Wohnung,

in der es immer wieder muffig riecht,

im Schlafzimmer war einmal ein Wasserschaden,

den „der Handwerker behoben hat“.

Seit zwei, drei Jahren fühlen Sie sich:

  • chronisch müde

  • haben Konzentrationsprobleme

  • diffuse Gelenk- und Muskelschmerzen

  • Blähungen, wechselnde Verdauung

  • und eine merkwürdige innere Unruhe, die Sie sich nicht erklären können.

Das große Blutbild ist unauffällig,

Schilddrüse in der Norm,

psychiatrisch wird von „depressiver Episode“ gesprochen.

In so einem Fall könnte ein möglicher Weg aussehen:

  1. Umfeldcheck & Sanierungsplanung

    – prüfen, ob und wo Schimmel vorliegt; realistische Strategie entwickeln (Sanierung/Umzug).

  2. Mykotoxin-Diagnostik + Basis-Labore

    – Mykotoxine im Urin, Leber/Niere, Entzündungsmarker, Darmparameter, BIA & HRV.

  3. Sanfter Start mit Bindemitteln

    – sehr niedrige Dosis, eng begleitet,

    plus Stuhlgang, Trinken, Ernährung im Blick.

  4. Darm- und Leberunterstützung

    – Ernährungsschiene finden, die vertragen wird und Entzündung dämpft;

    Leber entlasten, nicht zusätzlich überfordern.

  5. Nervensystem-Regulation als festen Teil einplanen

    – kleine, konkrete Schritte (Atem, Rhythmus, Pausen, Grenzen),

    statt abstraktes „Stress reduzieren“.

  6. Schimmel selbst gezielt angehen

    – erst wenn Bindung und Ausleitung stabil sind,

    und immer in der Dosis, die Ihr System tragen kann.

Was wir erwarten könnten (ohne Garantie):

  • dass die „innere Nebelwand“ sich langsam lichtet,

  • dass Energiefenster sich verlängern,

  • dass Schmerzen in Wellen abnehmen,

  • dass Schlafphasen tiefer werden,

  • und dass Ihr System Schritt für Schritt wieder belastbarer wird.

Nicht über Nacht,

nicht linear,

aber mit einem Plan, der Schimmel nicht als Randnotiz behandelt,

sondern als ernstzunehmenden Mitspieler in Ihrer Krankheitsgeschichte.


Wie eine Zusammenarbeit aussehen kann – strukturiert, menschlich, ohne Detox-Wahnsinn

Wenn du bis hier gelesen hast, gehörst du vermutlich zu den Menschen, die schon sehr viel ausprobiert haben.

Vielleicht hattest du irgendwann den Gedanken:

„Wenn Schimmel wirklich eine Rolle spielt – wie soll ich das alles alleine sortieren?“

Genau dafür gibt es Zusammenarbeit – nicht als Hierarchie („Arzt weiß alles, Patient macht nur mit“),

sondern als Partnerschaft: Du bringst deine Geschichte und dein Körpergefühl mit,

ich bringe Wissen, Erfahrung und Struktur mit.


Schritt 1: Verstehen – deine Geschichte ist wichtiger als jedes Labor

Am Anfang steht immer ein ausführliches Gespräch.

Wir schauen gemeinsam auf:

  • Deine Symptomgeschichte

    • Seit wann bist du müde, erschöpft, „neben dir“?

    • Gibt es klare Phasen von „vorher“ und „nachher“ (Umzug, Wasserschaden, Renovierung, Arbeitsplatzwechsel, Infekt, Impfung, Trauma)?

  • Deine bisherigen Diagnosen & Behandlungen

    • Was wurde schon alles vermutet?

    • Was hat kurz geholfen und ist dann wieder verpufft?

    • Welche Therapien haben dich eher verschlechtert (z. B. „zu harte“ Entgiftung)?

  • Deinen Alltag

    • Schlaf, Ernährung, Bewegung, Stress, Beziehungen, Sinn –

      nicht als Bewertung, sondern als Kontext.

Erst dann entscheiden wir, welche Diagnostik wirklich Sinn ergibt.

Nicht jeder braucht alles – aber jede:r braucht etwas anderes.


Schritt 2: Fokussierte Diagnostik – so wenig wie möglich, so viel wie nötig

Statt „Einmal alles bitte“ geht es um gezielte Puzzleteile, zum Beispiel:

Umwelt & Gebäude

  • Besteht oder bestand realistische Schimmel-Exposition (Wohnung, Büro, Auto, Keller, Ferienhaus)?

  • Falls ja: Braucht es eine baubiologische Messung, oder ist die Lage schon offensichtlich?

Mykotoxine & Basis-Labore

  • Mykotoxin-Urintest (wo sinnvoll und sinnvoll interpretierbar)

  • Leber- und Nierenwerte, Entzündungsmarker, Blutfette

  • ggf. Darmparameter (Calprotectin, sIgA, ggf. Zonulin – immer indikationsbezogen)

Stoffwechsel- & Stress-Analyse

  • BIA zur Einschätzung von Zellvitalität, Wasserhaushalt, Körperzusammensetzung

  • HRV/EKG als Blick ins autonome Nervensystem (Dauer-Alarm oder Regenerationsfähigkeit?)

Gezielte Nährstoffe & Co.

  • z. B. Vitamin D, B12/Folat, Magnesium (ggf. Erythrozyt), Zink, Selen, ggf. Eisenstatus

  • nur dort, wo Anamnese und Verlauf das nahelegen

Nicht jede:r muss gleich mit einem großen Diagnostikpaket starten.

Manchmal reicht es, mit wenigen, sehr gut gewählten Parametern zu beginnen und die Strategie danach zu verfeinern.


Schritt 3: Planen – in Stufen statt im „Alles-auf-einmal“-Modus

Wenn wir die wichtigsten Puzzleteile haben, entsteht daraus ein Stufenplan, etwa so:

Stufe 1 – Sicherheit, Alltag, Basis entlasten

  • Exposition verringern

    – Sanierung oder Umzug planen, Übergangslösungen finden (z. B. Nicht-im-Schlafzimmer-schlafen, Luftfilter, klare „saubere Zonen“ – wo möglich).

  • Dr. Ernährung aktivieren

    – Eine für dich passende Ernährungsschiene finden, die:

    • Entzündung dämpft

    • Darm und Leber entlastet

    • realistisch in dein Leben passt

      – Kein Dogma, keine „eine richtige“ Diät – sondern etwas, das dein Immunsystem stärkt und dich nicht zusätzlich stresst.

  • Rhythmus & Schlaf stabilisieren

    – Kleine, klare Schritte: Aufstehzeit, Morgenlicht, Abend-Dimmung, Schlafplatz so schimmelfrei wie möglich.

  • Nervensystem entlasten

    – Erste Tools für Atem, Pausen, Grenzen – du sollst spüren:

    „Ich kann etwas tun, auch bevor die Labore besser werden.“

Stufe 2 – Binden & Ausleiten

  • Bindemittel behutsam einführen

    – In Mini-Dosierung starten, Reaktionen beobachten, Dosis langsam steigern.

    – Stuhlgang, Energie, Stimmung, Schlaf im Blick behalten.

  • Darm- und Leberunterstützung dosiert ergänzen

    – z. B. mehr bitterstoffreiche Lebensmittel, angepasste Eiweißzufuhr, sanfte Rituale für Verdauung & Leber – immer individuell.

Stufe 3 – Schimmel und Co. gezielt angehen

  • Je nach Befund und Verlaufsreaktion

    • lokale oder systemische Maßnahmen gegen Schimmel

    • gegebenenfalls ergänzende Strategien bei Co-Infektionen oder anderen Belastungen

  • Immer mit der Frage:

    „Trägt das dein System gerade – oder wäre es Überforderung?“

Stufe 4 – Ressourcen aufbauen, nicht nur Gifte reduzieren

  • Mitochondrien stärken (über Ernährung, Schlaf, Bewegung, ggf. Nutrienten)

  • Muskelkraft & Belastbarkeit langsam steigern

  • Beziehungen, Sinn, Freude wieder einladen –

    nicht als Luxus, sondern als Teil der Heilungsphysiologie


Online oder vor Ort – wie funktioniert das praktisch?

Ich arbeite in Berlin – und ein Teil meiner Patient:innen kommt persönlich in die Praxis,

weil Dinge wie BIA, HRV-Messung oder Infusionen nur vor Ort möglich sind.

Ein anderer Teil arbeitet mit mir online (Video-Sprechstunde).

Dabei können wir:

  • ausführlich Anamnese und Verlauf besprechen

  • vorhandene Befunde gemeinsam strukturieren

  • sinnvolle Diagnostik planen, die du lokal durchführen lässt

  • Schritt für Schritt einen Alltag und Therapieplan aufbauen,

    der zu dir passt und den du mit anderen Behandler:innen vor Ort kombinieren kannst.


Was du von mir erwarten kannst – und was nicht

Was du erwarten kannst:

  • Dass dein Erleben ernst genommen wird – auch wenn Standard-Labore unauffällig sind.

  • Dass ich offen sage, was wir gut erklären können – und was (noch) nicht.

  • Dass wir einen Plan machen, den dein Alltag tragen kann, statt ein buntes Protokoll, das nach zwei Wochen in der Schublade verschwindet.

  • Dass wir regelmäßig schauen, was wirkt, was nicht und was angepasst werden muss.

Was ich nicht verspreche:

  • Keine Wunderheilungen.

  • Keine Garantie, dass alle Symptome verschwinden.

  • Keine „Ein-Mittel-Lösung“, die alles richtet.

Mein Ziel ist ein anderes:

Dass du verstehst, was in deinem System passiert,

dass du wieder Einfluss nehmen kannst –

und dass du mich irgendwann nicht mehr brauchst,

weil du deine eigenen Hebel kennst.


Wenn du das Gefühl hast, Schimmel könnte bei dir eine Rolle spielen …

… und du dich in vielem wiedererkennst – von Brain Fog über Darmprobleme, Hautreaktionen, Erschöpfung, „komische“ Reaktionen auf Infusionen oder Präparate bis hin zu einer langen Geschichte aus „nichts wirklich Greifbarem“ –, dann könnte es sinnvoll sein, das Thema nicht länger nur am Rand zu betrachten.

Wir können in einem ersten Gespräch klären:

  • ob Schimmel in deiner Geschichte überhaupt plausibel ist,

  • welche nächsten Schritte realistisch und sinnvoll wären,

  • und ob eine Zusammenarbeit – in Berlin oder online – für dich passt.


Unverbindlich sprechen?

In einem kurzen Orientierungsgespräch können wir schauen,

  • ob und wie ich dich auf deinem Weg unterstützen kann –

  • ärztlich, strukturiert, menschlich und mit einem klaren Blick auf Schimmel

als mögliches „Black Hole“ deiner Vorgeschichte.

Du bist nicht „komisch“ oder „zu sensibel“,

nur weil Standardtests nichts zeigen.

Manchmal fehlt in der Medizin einfach noch ein Puzzleteil.

Bei vielen meiner Patient:innen war eines dieser Puzzleteile: Schimmel.