Funktionelle Schilddrüsenunterfunktion: Wenn „normale“ Werte nicht reichen – Teil 1/3
„Ihre Schilddrüse ist in Ordnung“ – und trotzdem passt etwas nicht
Vielleicht kennen Sie das – oder jemand in Ihrer Nähe:
- Sie sind ständig müde, obwohl Sie „genug“ schlafen.
- Sie frieren schnell, Hände und Füße sind oft kalt.
- Das Gewicht kriecht langsam nach oben, obwohl Sie nicht massiv mehr essen.
- Stimmung und Antrieb wirken gedämpft, der Kopf fühlt sich zäh an.
Dann kommt das Blutbild zurück – und Sie hören den Satz:
„Die Schilddrüse ist in Ordnung, der TSH ist im Normbereich.“
Und trotzdem spüren Sie: Irgendetwas bremst meinen Stoffwechsel.
Genau hier beginnt das Thema funktionelle Schilddrüsenunterfunktion: Situationen, in denen die klassischen Laborwerte formal noch „normal“ sind, Ihr System sich aber nicht optimal versorgt anfühlt – und Sie die typischen Unterfunktions-Symptome erleben.
Was bedeuten TSH, T3 und T4 eigentlich – in Alltagssprache?
Um das Dilemma zu verstehen, hilft ein Bild:
- Die Schilddrüse ist wie ein Heizkraftwerk in Ihrem Körper.
- Sie produziert T4 (eine Art „Rohhormon“) und T3 (das aktive Hormon, das in den Zellen Energieprozesse beschleunigt).
- TSH ist das Steuersignal aus dem Gehirn („Thermostat“ in der Hypophyse): Ist es kalt, dreht das Thermostat hoch (TSH steigt), damit die Schilddrüse mehr arbeitet. Wird es zu warm, wird TSH gedrosselt.
In Laborbefunden sehen wir meist:
- TSH – das Signal vom Gehirn
- fT4 – freies Thyroxin (Vorläuferhormon)
- manchmal fT3 – freies, aktives Triiodthyronin
Der Referenzbereich für TSH (z. B. 0,3–4 oder 0,4–4,5 mIU/l) ist eine statistische Spanne: Dort liegen etwa 95 % der Bevölkerung. Das heißt aber nicht automatisch, dass alle Menschen innerhalb dieser Spanne sich gleich gut fühlen oder das gleiche Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.
Genau hier setzt die funktionelle Betrachtung an.
„Normbereich“ vs. „optimaler Bereich“ – wo liegt der Unterschied?
Große Auswertungen von Zehntausenden Menschen zeigen:
- Das niedrigste Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit lag bei TSH-Werten in der mittleren Norm – grob in einem Bereich um 1,5–3 mIU/l.
- Werte am unteren Rand (z. B. sehr niedriges TSH) und am oberen Rand des Referenzbereichs waren mit etwas erhöhtem Risiko verknüpft.
Parallel dazu fand eine Studie bei gut eingestellten Hypothyreose-Patient:innen:
- Alle hatten TSH im Normbereich.
- Trotzdem hatten diejenigen mit höherem TSH (z. B. >2,5 mIU/l) signifikant schlechtere Lebensqualität – mehr Müdigkeit, emotionale Verletzlichkeit, weniger Energie.
Und selbst bei Kindern zeigte sich:
- Höhere TSH-Werte innerhalb der Norm waren mit schlechterer kognitiver Leistung und mehr Aufmerksamkeitsproblemen verknüpft.
Übersetzt heißt das:
Ein TSH von 0,6 mIU/l und 4,0 mIU/l sind zwar beide „normal“ –
aber sie spiegeln unterschiedliche Belastungen der Schilddrüsenachse wider
und können im Durchschnitt mit verschiedener Symptomlage einhergehen.
Das bedeutet nicht, dass jeder Mensch mit TSH 3,8 „krank“ ist – aber es erklärt, warum viele Betroffene sich nicht ernst genommen fühlen, wenn nur auf „Normwert“ geschaut wird.
Typische Symptome einer (subklinischen / funktionellen) Unterfunktion
Nicht jede Person hat alle Beschwerden – aber bei vielen Betroffenen mit subklinischer Hypothyreose oder hohen „Normal“-TSH-Werten finden sich Muster wie:
- Energie & Stimmung
- Müdigkeit, Erschöpfbarkeit
- Antriebslosigkeit, depressive Verstimmung
- Konzentrationsschwierigkeiten („Brain Fog“)
- Körper & Stoffwechsel
- Kälteempfindlichkeit, kalte Hände/Füße
- Neigung zur Gewichtszunahme, „langsamer Stoffwechsel“
- Verstopfung, verlangsamte Verdauung
- Trockene Haut, spröde Haare
- Herz-Kreislauf & Lipide
- Tendenz zu erhöhtem LDL-Cholesterin und ungünstigeren Blutfetten
- Hormonsystem
- Zyklusstörungen, reduzierte Fruchtbarkeit
- Libidoverlust
Wichtig: Symptome allein stellen keine Diagnose, aber sie sind ein Signal, genauer hinzuschauen – vor allem, wenn die Laborwerte „gerade so“ im Normbereich liegen oder eine subklinische Hypothyreose (TSH erhöht, fT4 noch normal) vorliegt.
Was macht die klassische Medizin – und warum ist das wichtig?
Die leitlinienorientierte Schulmedizin hat einen klaren Auftrag:
- Gefährliche Ursachen ausschließen (z. B. starke Unterfunktion, Knoten, Entzündungen, Tumoren)
- Sicher mit Schilddrüsenhormon behandeln, wenn eine manifeste Hypothyreose vorliegt (TSH deutlich erhöht, fT4 erniedrigt)
- Bei subklinischer Hypothyreose sehr sorgfältig abwägen: Wer profitiert von Hormonen, wer eher von Beobachtung und Lebensstil?
Typische Schritte:
- Anamnese & körperliche Untersuchung
- Kälteintoleranz, Gewichtsentwicklung, Verdauung, Herzfrequenz/Blutdruck
- Haut, Haare, Nägel, Ödeme
- Schilddrüse tasten (Größe, Knoten, Schmerzhaftigkeit)
- Basis-Labor
- TSH – zentrales Steuersignal
- fT4 ± fT3 – wie viel Hormon im Blut ankommt
- ggf. TPO- und Tg-Antikörper (Verdacht auf Hashimoto)
- Blutbild, Lipidprofil, Blutzucker je nach Situation
Bei manifester Hypothyreose ist eine Behandlung mit Levothyroxin (T4) Standard und kann Beschwerden oft deutlich bessern.
Bei subklinischer Hypothyreose (TSH erhöht, fT4 normal) empfehlen viele Leitlinien:
- Beobachten bei mild erhöhtem TSH ohne Symptome
- Therapie erwägen bei TSH ≥10 mIU/l, bei deutlicher Symptomatik, Kinderwunsch, Schwangerschaft oder kardiovaskulären Risikofaktoren.
Diese Sicht ist wichtig und schützt vor Über- und Untertherapie.
Wo bleiben trotzdem Fragen offen?
Viele Menschen erleben:
- „Meine Werte sind laut Labor ok, aber ich fühle mich immer noch wie auf Sparflamme.“
- „Ich nehme meine Tabletten, der TSH ist im Normbereich – aber Müdigkeit, Kältegefühl und depressive Stimmung bleiben.“
Gleichzeitig zeigen Studien:
- Subklinische Hypothyreose ist häufig und betrifft vor allem Frauen.
- Schon hochnormale TSH-Werte können mit ungünstigem Stoffwechsel (Fette, Gewicht, Metabolisches Syndrom) und erhöhter kardiovaskulärer Belastung assoziiert sein.
- Lebensstil (Schlaf, Bewegung, Ernährung, Jodexzess, Rauchen) hängt eng mit der Schilddrüsenhomöostase zusammen.
Daraus entsteht das funktionelle Dilemma:
Rein biochemisch ist „noch nichts kaputt“.
Aber funktionell – wenn man den Menschen, seinen Alltag, seine Symptome und feinere Marker betrachtet – läuft das System nicht rund.
Genau hier setzt meine Arbeit als Arzt für Lebensstil- & funktionelle Medizin in Berlin an.
Mein Blick als Arzt: Warum ich bei Schilddrüsenthemen nicht nur auf TSH schaue
In meiner Praxis in Berlin erlebe ich häufig Menschen, bei denen:
- die Schilddrüsenwerte „grenzwertig“ sind,
- klassische Befunde aber noch keine klare Therapieentscheidung liefern,
- und trotzdem Energie, Stimmung, Stoffwechsel und Schlaf deutlich leiden.
Statt nur zu sagen „abwarten“, stelle ich mir Fragen wie:
- Wie arbeitet der Stoffwechsel insgesamt?
- Wie stark ist das Nervensystem im Stressmodus?
- Sind Nährstoffe da, die die Schilddrüse überhaupt braucht (z. B. Jod, Selen, Eisen, Zink, B-Vitamine)?
- Welche Rolle spielen Schlaf, Ernährung, Gewicht und Umweltfaktoren?
- Gibt es Toxine, wie Schimmel oder Schwermetalle, die die Schilddrüse in ihre Funktion bremsen würden?
Damit ich diese Fragen beantworten kann, kombiniere ich in meiner Praxis klassische Medizin mit moderner Funktionsdiagnostik.
- Stoffwechsel-Analyse mit Bioimpedanz (BIA)
Die Schilddrüse ist der Dirigent Ihres Grundumsatzes – sie bestimmt mit, wie viel Energie Ihre Zellen verbrauchen, wie Wärme entsteht und wie aktiv Muskulatur und Gewebe sind.
Mit der Bioimpedanz-Analyse (BIA) schaue ich mir daher an:
- Körperzusammensetzung: Verhältnis von Muskelmasse, Fettmasse und Körperwasser.
- Bei einer funktionellen Unterfunktion sehen wir nicht selten:
- Mehr „träge“ Masse, weniger aktive Muskulatur,
- Tendenz zu Wassereinlagerungen,
- ein Bild, das gut zum Gefühl von „Schwere“ und „langsamer Stoffwechsel“ passt.
- Bei einer funktionellen Unterfunktion sehen wir nicht selten:
- Phasenwinkel: Ein Parameter, der etwas darüber aussagt, wie vital und widerstandsfähig Ihre Zellen sind.
- Ein niedriger Phasenwinkel passt oft zu Erschöpfung, reduzierter Regeneration und chronischem Stress – genau den Themen, die viele Schilddrüsenpatient:innen schildern.
So wird sichtbar:
Nicht nur ein Laborwert ist „zu langsam“ – sondern der gesamte Stoffwechsel wirkt wie in den Energiesparmodus geschaltet.
Und wir können im Verlauf messen, ob sich mit Therapie und Lebensstil-Anpassungen der Phasenwinkel und die Körperzusammensetzung wieder in Richtung „mehr Lebendigkeit“ bewegen.
Das ist ein Mehrwert, den Sie in dieser Form nicht in jeder Praxis bekommen.
- Stress-Analyse mit HRV-EKG (Herzratenvariabilität)
Die Schilddrüse arbeitet nicht im luftleeren Raum – sie ist eng mit dem Stresssystem (HPA-Achse) verbunden. Chronischer Stress kann:
- die Umwandlung von T4 zu aktivem T3 bremsen,
- Entzündungsprozesse anfeuern,
- und das Gefühl verstärken, „innerlich immer auf Alarm zu sein“, obwohl der Körper gleichzeitig müde ist.
Mit einem kurzen 5-Minuten-EKG mit HRV-Messung bekomme ich ein Bild davon:
- Wie flexibel ist Ihr Nervensystem?
- Gibt es eine gute Balance zwischen Sympathikus („Gas“) und Parasympathikus („Bremse/Regeneration“)?
- Oder hängt Ihr System eher im Dauerstress-Modus fest?
- Passt die HRV zu Ihrem Erleben?
- Viele Patient:innen mit Schilddrüsenthemen beschreiben: „Ich bin erschöpft, komme aber trotzdem nicht richtig runter.“
- Oft sehen wir dazu passend eine niedrige HRV – also ein Nervensystem, das kaum mehr in echten Regenerationsmodus schaltet.
Damit kann ich viel gezielter planen:
Ob wir zuerst eher an Rhythmus, Schlaf, Atmung/HRV-Training und Stressreduktion arbeiten sollten –
oder ob die Schilddrüsenachse das Hauptproblem ist und andere Systeme „mitzieht“.
- Nährstoff-Analyse: Hat Ihre Schilddrüse überhaupt das Material, um zu arbeiten?
Damit die Schilddrüse Hormone bildet und der Körper sie nutzen kann, braucht er Baustoffe und Co-Faktoren. Je nach Situation schaue ich z. B. auf:
- Jod – Grundstoff für T4 und T3 (sowohl Mangel als auch Exzess können problematisch sein).
- Selen – wichtig für die Enzyme, die T4 in aktives T3 umwandeln und die Schilddrüse vor oxidativem Stress schützen.
- Eisen/Ferritin – nötig für die Schilddrüsenhormon-Synthese; Eisenmangel kann Hypothyreose-Symptome verstärken.
- Zink – beteiligt an Hormonrezeptoren und Immunregulation.
- Vitamin D & B-Vitamine (B12, Folat) – relevant für Immunsystem, Stimmung, Energie und Entzündungsregulation.
Hier interessiert mich weniger, ob Sie „gerade noch so im Referenzbereich“ sind, sondern:
Hat Ihr System genug Reserven, um die Schilddrüse entspannt arbeiten zu lassen – oder läuft es ständig auf Minimum?
Wenn nötig, können wir diese Defizite gezielt und zeitlich begrenzt ausgleichen – oral oder, bei speziellen Konstellationen, auch als Infusion.
- Schlaf, Ernährung, Gewicht & Alltag – die sichtbaren Stellschrauben
Labore und Geräte sind wichtig – aber sie ersetzen nicht das Gespräch.
In der Anamnese gehe ich mit Ihnen u. a. durch:
- Schlaf: Einschlafdauer, Durchschlafqualität, nächtliches Grübeln, regelmäßige Schlafenszeiten, Schichtarbeit.
- Ernährung: Mahlzeitenrhythmus, Proteinversorgung, Jodquellen, Ultra-Processing, Zucker-/Alkoholkonsum.
- Gewicht & Verlauf: Langsames „Hochkriechen“ trotz ähnlicher Ernährung kann ein Hinweis sein, dass der Stoffwechsel insgesamt auf die Bremse tritt.
- Bewegung & Tageslicht: Wie viel echte Bewegung, wie viel Bildschirmzeit, wie viel Morgenlicht?
- Psychosoziale Belastung: Beziehungen, Jobstress, Care-Arbeit, innere Antreiber.
All das fließt in die Interpretation Ihrer Schilddrüsenwerte ein.
Denn ein TSH von 3,5 mIU/l bei einer ausgeschlafenen, entspannten Person fühlt sich anders an als derselbe Wert bei jemandem mit Dauerstress, Schlafmangel, Übergewicht und Entzündung.
- Toxine & Umweltfaktoren: Gibt es „Bremsklötze“ für die Schilddrüse?
Wenn Krankengeschichte, Beruf, Wohnsituation oder Verlauf darauf hindeuten, schaue ich zusätzlich auf Umweltfaktoren, die die Schilddrüsenachse bremsen können:
- Schimmel/Mykotoxine:
- Langfristige Schimmelbelastung in Wohnung oder Büro kann Immunsystem, Entzündung und Hormonsystem stören – inklusive Schilddrüse.
- Schwermetalle (z. B. Quecksilber, Blei):
- Können Enzyme und Rezeptoren beeinflussen und sind bei bestimmten Expositionen (z. B. alte Amalgamarbeiten, Industrie, bestimmte Hobbys) relevant.
- Endokrine Disruptoren:
- Weichmacher, Pestizide, Flammschutzmittel & Co. können in Tierversuchen die Schilddrüsenfunktion beeinflussen; beim Menschen sehen wir zumindest Verdachtsmuster.
Diese Diagnostik ist kein Standardprogramm für alle, sondern etwas, das wir gezielt einsetzen, wenn Ihre Geschichte das nahelegt.
Der Mehrwert: Wir suchen nicht nur nach „zu wenig Hormon“, sondern auch nach Faktoren, die Ihre Achse systematisch bremsen.
In einem Satz zusammengefasst
Ich erkläre meinen Patient:innen das gerne so:
„Wir schauen nicht nur, ob Ihre Schilddrüse arbeitet –
sondern auch, wie gut Ihr Körper die Hormone nutzen kann,
in welchem Stress- und Stoffwechselmilieu sie ankommen
und ob Nährstoffe und Umweltfaktoren eher mitspielen oder ausbremsen.“
Was im Hintergrund takten könnte – wenn die Schilddrüse „funktionell“ ausgebremst ist
Im ersten Teil ging es darum, warum „normale“ Schilddrüsenwerte nicht automatisch bedeuten, dass Ihr System optimal läuft – und wie sich eine funktionelle oder subklinische Unterfunktion im Alltag anfühlen kann.
Die Frage dahinter ist:
Warum fühlt sich mein Körper nach „Unterfunktion“ an, obwohl das Labor noch nicht „krank“ schreit?
Hier hilft ein Bild:
Die Schilddrüse als innere Antwort auf: „Für wie groß halte ich mich?“
Die Schilddrüse ist wie eine innere Projektleiterin.
Sie beantwortet permanent die Frage:
„Für wie groß hältst du dich – und wie viel willst du gleichzeitig tragen?“
Wenn Sie:
- immer noch ein Projekt annehmen,
- noch eine Verantwortung übernehmen,
- noch jemanden retten wollen,
- noch eine Schicht dranhängen,
obwohl Ihr System schon am Limit ist, passiert oft Folgendes:
Ihr Körper zieht irgendwann die Notbremse.
Die Schilddrüsenachse bekommt sinngemäß den Auftrag:
„Wir drosseln jetzt. Sonst fährt hier alles gegen die Wand.“
Stoffwechsel, Temperatur, Antrieb, Stimmung – alles geht ein Stück in den Energiesparmodus.
Laborwerte bleiben vielleicht „noch in der Norm“, aber Ihr Alltag fühlt sich nach:
„zu klein, zu kalt, zu langsam“ an.
Gleichzeitig spielen im Hintergrund immer mehrere Systeme zusammen:
- Nervensystem: Daueralarm, Grübeln, innere Unruhe.
- Immunsystem: stille Entzündungen, Autoimmunprozesse (z. B. Hashimoto).
- Stoffwechsel: Blutfette, Gewicht, Energieumsatz.
- Darm & Barriere: Nährstoffaufnahme, Verdauung, Mikrobiom.
Das ist keine Esoterik, sondern Biologie:
Nerven, Immunsystem, Hormone und Darm sprechen miteinander – wie ein Orchester.
Ist ein Instrument dauerhaft zu laut (z. B. Stress), geraten die anderen mit aus dem Takt.
Funktionelle Medizin – Muster statt nur Einzelwerte
Statt nur auf einen TSH-Wert zu schauen, frage ich:
- Wie viel Energie produzieren Ihre Zellen tatsächlich?
- Wie stark sind Stress- und Entzündungsachsen aktiv?
- Hat Ihr Körper überhaupt die Bausteine, um Schilddrüsenhormone herzustellen und zu nutzen (Jod, Selen, Eisen, Zink, B-Vitamine)?
- Wie arbeitet Ihr Darm, der all das aufnehmen soll?
Typische Muster bei funktioneller Unterfunktion können sein:
- Ein Stoffwechsel, der wirkt, als wäre das Gaspedal nur halb gedrückt
- Mehr „stille Entzündung“, z. B. bei Übergewicht oder Autoimmunität
- Blutfette und Zucker, die langsam in eine „ungünstige“ Richtung wandern
- Verdauung und Darmbarriere, die Nährstoffe nicht optimal durchlassen
Es geht nicht darum, Fehler zu suchen,
sondern die 3–4 größten Hebel zu finden, an denen wir gemeinsam drehen können.
Anthroposophische Sicht – in einfachen Worten
Die anthroposophische Medizin ergänzt diese Sicht um eine einfache Frage:
„Wie sehr lebst du im Kopf – und wie sehr bist du mit deinem Körper im Alltag verbunden?“
Viele Menschen mit Unterfunktions-Symptomen beschreiben ihr Leben so:
- Viel Denken, Planen, Funktionieren
- Voller Kalender, Bildschirmzeit, Verantwortung
- Essen „zwischendurch“, wenig echte Pausen
- Schlaf, Bewegung und Wärme kommen zu kurz
Die Schilddrüse sitzt bildlich genau dazwischen:
- Sie spürt, wie viel oben im Kopf geplant wird,
- und wie viel unten im Körper an Wärme, Nahrung, Schlaf und Bewegung wirklich ankommt.
Wenn die Diskrepanz zu groß wird – also:
„Ich lebe, als wäre ich ein Hochleistungs-Server,
aber meine Basis ist wie ein alter Laptop im Energiesparmodus“ –
dann kann die Schilddrüse reagieren, indem sie bremst.
Nicht aus Bosheit, sondern als Schutz.
Ganz praktisch heißt das für meine Arbeit:
- Rhythmus ordnen:
Feste Schlafzeiten, regelmäßige Mahlzeiten, Morgenlicht – wie ein sanfter Taktgeber, der dem System sagt: „Du darfst wieder in einen menschlichen Rhythmus kommen.“
- Wärme stärken:
Wärmende, nahrhafte Mahlzeiten, Wärme-Anwendungen, geerdete Bewegung – ein Signal an Stoffwechsel und Schilddrüse: „Du musst nicht mehr auf Kälte und Alarm programmiert sein.“
- Den Kopf entlasten:
Atempausen, Grenzen, Pausen, das berühmte „Nein“ an der richtigen Stelle – damit der Körper nachkommt zu dem, was der Kopf will.
Anthroposophisch heißt das nicht: „Wir reden die Biochemie weg“,
sondern: Wir bringen Ihr Leben so in Ordnung, dass Ihre Biologie wieder atmen kann.
Toxine & Umwelt – wenn im Hintergrund jemand auf der Bremse steht
Zusätzlich kann es Faktoren geben, die Ihre Achse versteckt bremsen, zum Beispiel:
- Schimmel in Wohnung oder Büro – kann Immunsystem, Entzündung und Hormone reizen.
- Schwermetalle – z. B. alte Amalgamgeschichten oder berufliche Belastungen.
- Hormonaktive Stoffe – Weichmacher, Pestizide, bestimmte Chemikalien.
Ich teste das nicht bei jedem,
sondern nur dann, wenn Ihre Geschichte und der Verlauf wirklich in diese Richtung zeigen.
Genetik & Epigenetik – Veranlagung vs. Alltag
Genetik erklärt, warum manche Menschen empfindlicher reagieren:
- Manche Achsen für Entgiftung, Stressverarbeitung oder Hormonumwandlung sind von Haus aus „sensibler“.
Aber entscheidend bleibt:
Nicht die Gene bestimmen Ihr Schicksal,
sondern das, was Sie jeden Tag mit Schlaf, Licht, Ernährung, Bewegung und Stress tun.
Darauf konzentrieren wir uns in der Therapie.
Vom Verstehen ins Handeln: Mein 4-Stufen-Therapiekonzept
Aus all dem entsteht in meiner Praxis kein „Test-Marathon“,
sondern ein klarer, abgestufter Fahrplan.
Stufe 1 – Lebensstilveränderung als Fundament: Ernährung, Rhythmus, Bewegung, Stress
Bevor wir über Präparate, Infusionen oder Entgiftung sprechen, geht es um das, was Ihr System jeden Tag taktet.
Hier passiert bei vielen der größte Unterschied – wenn man es nicht als „Du musst mehr Sport machen und besser essen“ verkauft, sondern als maßgeschneiderten Plan.
Ernährung – die Version finden, die
Ihren
Stoffwechsel trägt
Es gibt nicht die eine Diät für alle.
In meiner Arbeit geht es weniger darum, ein Etikett (vegan, Paleo, low carb …) zu vergeben, sondern:
- herauszufinden, welche Ernährung Ihren Stoffwechsel entlastet,
- Entzündung dämpft,
- und Ihnen im Alltag wirklich mehr Energie und Stabilität
Dazu kann z. B. gehören:
- eine eher „immunneutrale“ Ernährung mit wenig Ultra-Processing, ausgewählten Eiweißquellen, viel Gemüse, guten Fetten,
- oder eine stärker auf Blutzucker-Stabilität ausgerichtete Schiene, wenn Insulinresistenz und Gewichtsthemen im Vordergrund stehen.
In Erfahrungsberichten und Fallserien aus solchen Programmen wurde beschrieben,
dass eine konsequente Ernährungsumstellung es bei einem Teil der Menschen mit Autoimmunerkrankungen – darunter auch Schilddrüsenthemen – sogar ermöglicht hat, die Medikation zu reduzieren oder anzupassen.
Das gilt nicht für alle und ersetzt keine Leitlinienmedizin, aber es zeigt:
Alltag kann eine therapeutische Dosis haben – wenn er zu Ihrem System passt.
Wichtig:
Solche Veränderungen geschehen immer ärztlich begleitet und nie eigenmächtig.
Gemeinsam suchen wir die Schiene, die zu Ihrem Körper, Ihrem Alltag und Ihrem Befund passt – und prüfen mit Labors, BIA und HRV, ob Ihr System damit wirklich ruhiger und stabiler wird.
Rhythmus & Schlaf – Ihr innerer Taktgeber
Statt „Sie müssen mehr schlafen“ geht es um Rhythmus, der trägt:
- eine konstante Aufstehzeit (auch am Wochenende),
- Morgenlicht, damit Ihre innere Uhr überhaupt weiß, dass Tag ist,
- eine Art digitale Dämmerung am Abend, in der Bildschirm und Input herunterfahren,
- und kleine Rituale, die dem Nervensystem signalisieren: „Jetzt darfst du runterregeln.“
Ich sehe Schlaf in der Arbeit mit der Schilddrüse nicht als „Restposten“,
sondern als Therapieorgan:
Hier werden Hormone feinjustiert, Entzündung reguliert und Nervensystem entlastet.
Bewegung – die richtige Dosis, nicht das richtige Schuldgefühl
„Mehr Sport“ hilft nicht, wenn Ihr System sowieso schon im roten Bereich ist.
Bei funktioneller Unterfunktion frage ich eher:
„Welche Art von Bewegung gibt Ihrem Stoffwechsel einen liebevollen Schubs – ohne Sie leer zu ziehen?“
Das kann bedeuten:
- mit einer kleinen, realistischen Basis anzufangen (z. B. 10–20 Minuten Gehen + etwas Kraft 2–3×/Woche),
- eine Bewegungsform zu finden, die Ihnen wirklich Freude macht (Tanzen, Spaziergänge, Yoga, moderates Krafttraining, Schwimmen …),
- und die Intensität so zu dosieren, dass Ihr System sie gut verarbeiten
Mit BIA und HRV können wir dabei beobachten:
- Ob Ihre Muskulatur und Ihr Phasenwinkel sich langsam verbessern (Zeichen: mehr Zellvitalität),
- und ob Ihr Nervensystem auf die Bewegungsdosis entspannt oder gestresst
So wird Bewegung von „noch ein To-do“ zu einem gezielten Stoffwechsel-Impuls, der Energie freisetzt, statt sie zu verbrauchen.
Stress & Nervensystem – Geist und Seele neu sortieren
Bei Stress geht es mir nicht darum, Ihnen zusätzlich:
- „Sie sollten mehr meditieren“
- oder „Atmen Sie mal tief durch“
auf die To-do-Liste zu schreiben.
Die zentrale Frage ist:
„Wie können Sie Ihr Leben so organisieren – innerlich und äußerlich –,
dass Ihr Körper nicht ständig das Gefühl hat, er müsste sich verteidigen?“
Dazu gehören für viele:
- innere Grenzen: nicht jedes Problem tragen, das einem hingelegt wird,
- äußere Grenzen: Termine, Erreichbarkeit, Pausenräume,
- und die Arbeit an der inneren Story:
- Muss wirklich alles perfekt sein?
- Darf ich Aufgaben teilen oder abgeben?
- Darf ich langsamer sein, ohne weniger wert zu sein?
Atemanker, kurze Pausen, kleine Rituale – all das kann dann Werkzeug werden,
um eine tiefere Veränderung zu unterstützen:
von „Ich funktioniere gegen mich“
hin zu „Ich arbeite mit meinem System – und nicht dagegen“.
Auch hier nutzen wir HRV, um zu sehen:
- ob Ihr Nervensystem häufiger in Regeneration kommt,
- und ob sich das subjektive Gefühl von Dauerstress mit der Zeit in mehr innere Gelassenheit verwandeln kann.
Stufe 2 – Pflanzliche & regulative Medizin: Ordnung und Wärme zurückbringen
Wenn Fundament und Alltag stehen, kann es sinnvoll sein, das System regulativ zu unterstützen – sanft, aber gezielt.
Es geht dabei nicht um „noch mehr Mittel“,
sondern um wohlüberlegte Impulse, die dem Körper helfen können, zu seiner eigenen Ordnung zurückzufinden.
Typische Ziele in dieser Stufe:
- das Nervensystem beruhigen,
- den Schlaf vertiefen,
- den Verdauungsrhythmus harmonisieren,
- und das Gefühl von innerer Wärme & Durchblutung wieder zu stärken.
Dafür können – je nach Bild – zum Beispiel:
- pflanzliche Präparate (z. B. für Schlaf, Stressachsen, Verdauung)
- und anthroposophische Arzneimittel (z. B. zur Rhythmus- und Wärmeregulierung)
ärztlich ausgewählt werden.
Ich erkläre meinen Patient:innen das oft so:
„Wir nutzen hier Mittel nicht, um Ihr System zu überfahren,
sondern um es daran zu erinnern, wie es sich anfühlt, im eigenen Rhythmus zu sein.“
Alles bleibt eingebettet in das, was wir mit Ernährung, Bewegung und Stressarbeit begonnen haben.
Regulative Medizin ersetzt keine Lebensstiländerung – sie kann sie aber tragfähiger und erlebbarer machen.
Stufe 3 – Nährstoffe: gezielte Auffüllung & Infusionen, wenn sinnvoll
Wenn Diagnostik zeigt, dass Bausteine fehlen,
wird es unfair, von der Schilddrüse Höchstleistung zu erwarten.
Dann geht es um:
- gezielte Supplemente,
- und in ausgewählten Fällen um Infusionen, wenn der direkte Weg in die Vene mehr Sinn ergibt als der Umweg über den Darm.
Orale Nährstoffe – Basis, die trägt
Je nach Befund können z. B.:
- Eisen/Ferritin,
- Selen,
- Vitamin D,
- B12/Folat,
- Magnesium, Zink
eine Rolle spielen.
Statt „Alles auf Verdacht“ arbeite ich hier laborgeführt:
Wo sehen wir echte Lücken?
Welche Lücken passen zu Ihren Symptomen?
Und in welcher Reihenfolge macht Auffüllen wirklich Sinn?
Die Mittel sollen nicht „für immer“ laufen, sondern einen Übergang begleiten, bis Alltag & Stoffwechsel wieder mehr selbst tragen.
Infusionen – wenn der direkte Weg sinnvoller ist
Manchmal zeigen Verlauf und Diagnostik, dass der Körper mit Tabletten allein nicht vom Fleck kommt:
- der Darm nimmt schlecht auf,
- orale Präparate werden nicht vertragen,
- oder ein relevanter Mangel bremst das System so stark, dass es angemessen ist, schneller zu stabilisieren (z. B. bei Eisenmangel mit ausgeprägter Erschöpfung).
Dann kann eine gut geplante Infusionstherapie helfen:
- Nährstoffspeicher relativ zügig aufzufüllen,
- Magen-Darm zu entlasten,
- und den Körper wieder in einen Bereich zu bringen, in dem er auf Lebensstilmaßnahmen besser anspringen kann.
Der Ablauf ist klar strukturiert:
- wir rechnen individuell anhand von Körpergewicht, Laborwerten und Symptomen,
- wir besprechen Nutzen und Risiken,
- die Infusionen laufen in ruhigem Rahmen,
- und Verlauf & Werte werden kontrolliert.
Infusionen sind für mich kein Lifestyle-Produkt,
sondern ein medizinisches Werkzeug, das dann zum Einsatz kommt, wenn Alltag, Tabletten und Verdauung eine faire Chance hatten – oder von vornherein klar ist, dass der direkte Weg notwendig ist.
Stufe 4 – Entgiftung & Umweltmedizin: nur, wenn es wirklich eine Rolle spielt
Diese Stufe ist nicht für jede:n.
Sie ist für die Fälle reserviert, in denen Krankengeschichte und Befunde wirklich darauf hindeuten, dass Umweltfaktoren eine relevante Rolle spielen könnten.
Das können zum Beispiel sein:
- Schimmelbelastung in Wohn- oder Arbeitsräumen,
- relevante Schwermetall-Exposition,
- oder bestimmte hormonaktive Substanzen, denen Sie beruflich oder privat deutlich ausgesetzt sind.
Dann geht es nicht um „Detox auf Verdacht“, sondern um:
- Exposition erkennen und – soweit möglich – reduzieren
(z. B. Wohnsituationen, Arbeitsplatz, Materialien prüfen),
- den Körper strukturiert unterstützen,
- B. über Darm, Leber, Nieren, Haut – immer in einem Tempo, das Ihr System mitgehen kann,
- alles eng mit den anderen Säulen (Ernährung, Nährstoffe, Stressachsen) verschränkt zu führen.
Ich formuliere das bewusst so:
„Wir entgiften nicht, weil es gerade Trend ist,
sondern nur dann, wenn ein echter Grund vorliegt –
und dann so, dass Ihr System sich entlastet und nicht noch mehr belastet fühlt.“
Wie Zusammenarbeit aussehen kann – vor Ort in Berlin & online
Wenn Sie beim Lesen gedacht haben:
„Genau so fühlt sich das bei mir an – müde, verlangsamt, irgendwie aus dem Takt,
und ich habe das Gefühl, man schaut nur auf den TSH und schickt mich dann nach Hause“,
dann kann es sinnvoll sein, das Thema einmal systematisch anzugehen.
In der Zusammenarbeit läuft es typischerweise so:
- Erstes Gespräch (vor Ort in Berlin oder online)
- Wir nehmen uns Zeit für Ihre Geschichte: Symptome, Lebenssituation, bisherige Diagnostik, Medikamente.
- Wir klären, ob eher Eisen-/Nährstoffthemen, eher Schilddrüsenachsen, eher Stress & Rhythmus oder eine Mischung im Vordergrund stehen.
- Gezielte Diagnostik – so viel wie nötig, so wenig wie möglich
- Schilddrüsenlabor, Nährstoffe, ggf. Darm-/Entzündungsmarker, BIA, HRV – immer indikationsgeleitet.
- Ziel: Ein klares Bild, wo die größten Bremsen sitzen.
- Individueller Plan in 4 Stufen
- Wir starten fast immer mit Stufe 1 (Alltag & Ernährung) – in einer Form, die für Sie realistisch ist.
- Dann ergänzen wir – falls sinnvoll – regulative Mittel, Nährstoffe/Infusionen und bei Bedarf Umweltmedizin.
- Wir vereinbaren klare Zwischenziele und Checkpunkte.
- Verlauf & Feinjustierung
- Wir schauen gemeinsam:
- Fühlen Sie sich wacher, wärmer, klarer?
- Was zeigen HRV und BIA im Verlauf?
- Müssen wir nachschärfen oder etwas zurücknehmen?
- So entsteht kein starres Programm, sondern ein Prozess, der sich an Ihr Leben anpasst.
- Wir schauen gemeinsam:
Unverbindlich sprechen?
Wenn Sie spüren, dass Ihre Schilddrüse – oder Ihr Energiehaushalt insgesamt – Sie ausbremst, obwohl „alles in der Norm“ sein soll, können wir das in einem ersten Termin gemeinsam sortieren.
🩺 Ort: Praxis in Berlin
💻 Oder online: per Videosprechstunde, wenn Sie nicht vor Ort sind
In 20–30 Minuten können wir klären,
ob und wie ich Sie unterstützen kann –
ärztlich, messbar, alltagstauglich.
Quellen
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